Hermann Krauße – Der Fotograf des Preßnitztales.
Die Orte des Preßnitztales und der Umgebung

Über die aktuelle Sonderausstellung im Preßnitztal-Museum Niederschmiedeberg

Das Buch „Hermann Krauße. Momentaufnahmen eines erzgebirgischen Dorfes und seiner Umgebung“ von Manfred Mauersberger hat seit dem vergangenen Jahr in der Preßnitztalregion für Aufsehen gesorgt. Inzwischen ist bereits die zweite Auflage restlos vergriff en – Grund genug, eine kleine Ausstellung über den Fotografen des Preßnitztales zu organisieren. Eine solche ist im Zusammenhang mit den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Preßnitztal-Museums zustande gekommen und am 31. August 2016 eröff net worden. Sie kann noch bis zum 21. Mai 2017 besucht werden.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Darstellung von den verschiedenen Orten der Preßnitztal-Region um das Jahr 1900. Wie sein fotografi scher Nachlass beweist, war Hermann Krauße viel zwischen Wolkenstein, Reitzenhain und Jöhstadt unterwegs. Zu „seiner“ Preßnitztal-Region gehörten neben Steinbach, Schmalzgrube oder Niederschmiedeberg auch die in den Seitentälern und auf den Höhen gelegenen Orte – wie Grumbach, Reitzenhain, Arnsfeld oder Großrückerswalde. Interessant daran ist, dass sich am Beispiel von Kraußes Schaff en historisch-kulturelle Bezüge zwischen diesen Orten erkennen lassen, die wir bis in unsere Gegenwart hinein weiterverfolgen können. Neben dem Wasser der Preßnitz als verbindendem Naturelement sind es vor allem Bergbau- und Industriegeschichte und natürlich auch die Schmalspurbahn, die auf Kraußes Fotografien immer wieder als Symbole dieser Region auftauchen.

Historisch-dokumentarisch sind die Bilder von Krauße noch aus einem anderen Grund bemerkenswert: Kraußes Blick auf die Menschen und ihren Alltag führt dem Betrachter voller Detailreichtum eine vergangene Epoche vor Augen. Es sind nicht die Großen der Gesellschaft, die Krauße portraitiert, sondern die einfachen Menschen und das einfache Leben in seiner Heimat. Er liebte die Natur, die Landschaft und die Menschen. Mit seinen Fotografien gelingt ihm der Beweis, mit einer sehr sensiblen und künstlerisch geprägten Herangehensweise den Charakter der Menschen seiner Zeit zum Ausdruck zu bringen: ihre Ausdauer und Bescheidenheit, ihre Heimatliebe, ihre familiäre, gesellschaftliche und religiöse Verbundenheit.

Die Ausstellung im Preßnitztal-Museum zeigt noch bis zum 21. Mai 2017 Originalexponate wie Fotografien, Postkarten, Werkzeuge und Kameratechnik aus dem Nachlass von Hermann Krauße und eine Fotodokumentation über sein Schaffen, gestaltet von Manfred Mauersberger. Das Preßnitztal-Museum an der Talstraße 18 im Großrückerswalder Ortsteil Niederschmiedeberg ist geöff net sonntags von 13.30 bis 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 037 35/90 888.
PM


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