Sonderausstellung zur sächs. I K eröffnet

Bereits seit 31. März 2007 ist der Radebeuler Güterschuppen der SSB Schmalspurbahnmuseum Radebeul gGmbH regulär zwei Mal pro Monat geöffnet. An diesem Tag wurde die Sonderausstellung „Die Sächsische I K - Wiedergeburt einer Legende“ eröffnet.

Auf großformatigen Ausstellungstafeln wird einerseits ausführlich die Entwicklung und der Einsatz der von den K.Sächs.Sts.E.B. beschafften Originalmaschinen gezeigt, aber auch das Projekt „Neubau I K Nr. 54“ erklärt. Dabei wird jede einzelne der 44 zwischen 1881 und 1892 gebauten I K auf einer Tafel detailliert vorgestellt. Die angegebenen Stationierungen fußen fast ausschließlich auf offiziellen zeitgenössischen Quellen der K.Sächs.Sts.E.B. und der jungen Reichsbahn. In den letzten Jahrzehnten veröffentlichte, aber vermutlich teils frei erfundene Stationierungen sucht man in Radebeul entsprechend vergebens. Illustriert sind die Tafeln mit mehreren Dutzend Schwarzweißaufnahmen; immerhin gibt es nur sechs I K, von denen bis heute kein Bild bekannt geworden ist.

Die Gußformen für die Beschilderung der I K Nr. 54 machen gemeinsam mit zahlreiche Dokumenten und Zeichnungen neugierig darauf, wie die gegenwärtig im Bau befindliche „Neubau-Lokomotive“ einmal aussehen wird.

Unter den im Museum ausgestellten 1:1-Fahrzeugen ist für Eisenbahnfreunde zweifellos die Anfang des Jahres aus Bochum-Dahlhausen nach Sachsen zurückgeholte 99 604 am interessantesten. Diese original erhaltene IV K von 1914 hatte sich über 35 Jahre in Westdeutschland befunden. Die als Reichsbahnlok beschilderte Maschine steht vor den beiden zweiachsigen Sitzwagen 121 K (97-09-72) und 207 K (97-09-87) des Verkehrsmuseums Dresden. Auf dem Nebengleis konnten bis Anfang Mai der Profilmeßwagen K18001, die beiden Postwagen 1703 (Zweiachser des Verkehrsmuseums) sowie der Vierachser 2680 der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e.V. bewundert werden. Letzterer befindet sich wieder auf den Radebeuler Gleisanlagen, da er am 12. Mai in einen Sonderzug anläßlich des Fristablaufes der IV K 132 (99 539) eingestellt worden war.

Vitrinen mit I K-Modellen, historischen Fahrkarten, einem Latowski-Läutewerk, Puppen in historischen Eisenbahneruniformen sowie Unterlagen aus der Zeit der K.Sächs.Sts.E.B. ergänzen die Schau der 1:1-Fahrzeuge und zum Thema I K. Besonders viel Aufmerksamkeit findet eine Streckenkarte, in welcher projektierte, aber nur zu geringen Teilen später tatsächlich realisierte Sekundärbahnen (stets schmal- und regelspurig umfassend) eingezeichnet sind. Viele Besucher der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung zeigten sich von den Projekten erstaunt und begeistert zugleich („Wenn diese Strecke gebaut worden wäre!“). Möglich wurde die Sonderausstellung im SSB-Schmalspurbahnmuseum durch die Unterstützung des Traditionsbahn Radebeul e.V. und des Verkehrsmuseums Dresden.

Geöffnet hat das Museum an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat 14 bis 18 Uhr:

  • 9. und 23. Juni 2007
  • 14. und 28. Juli 2007
  • 11. und 25. August 2007
  • 8. und 22. September 2007
  • 13. und 27. Oktober 2007
  • 10. und 24. November 2007
  • 8. und 22. Dezember 2007
(vorbehaltlich geschlossener Veranstaltungen) Eintritt: Erwachsene 1,00 €, Kinder in Begleitung eines Erwachsenen freier Eintritt (sonst 0,50 €). Es besteht die Möglichkeit, das Museumsgebäude für Veranstaltungen zu nutzen. Diesbezügliche Anfragen können per Fax an die Nummer 0351/25 59 35 30 gerichtet werden.
AM


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