Traditionelles Pfingstfest und
2. Schmalspurbahnfestival auf Reisen in Jöhstadt

In Zusammenarbeit mit dem „Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e.V.“ (VSSB) aus Dresden konnte den Eisenbahnfreunden zu Pfingsten ein besonderer Höhepunkt im Erzgebirge geboten werden. In einer gemeinsamen Festauftaktveranstaltung am 9. Mai 2008 waren sächsische Politprominenz und Vertreter der Vorstände und Betriebsleitungen sächsischer Schmalspurbahnen in die Ausstellungs- und Fahrzeughalle Schlössel geladen. In den Festansprachen wurde auf das 20-jährige ehrenamtliche Engagement der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn besonders eingegangen und über den derzeitigen Stand der Vereinsziele des VSSB e.V., insbesondere zum Projekt des Neubaus der „sächsischen I K Nr. 54“ sowie das Konzept der Tourismusroute „Sächsische Schmalspurbahnen“ informiert. Rund 150 Ehrengäste nahmen an dieser Veranstaltung teil und konnten am Abend bei Getränken sowie einem reichhaltigen Buffet weitere Erfahrungen und Neuigkeiten austauschen.

Von Samstag bis einschließlich Pfingstmontag kamen dann die Eisenbahnfreunde richtig auf ihre Kosten. Alle in Jöhstadt beheimateten Dampflokomotiven, bis auf die nicht betriebsfähige 99 1781-6, standen unter Dampf. Die „VII K“ und die V10c 199 009-2 waren zusammen mit einigen Güterwagen und dem im Wiederaufbau befindlichen Reisezugwagen 970-214 in der Fahrzeughalle in Schlössel ausgestellt. Auch eine Modellbahn und eine Vielzahl an Informationsständen weiterer Eisenbahnvereine luden in die wiederum kostenfrei zu besuchende Ausstellungshalle nach Schlössel ein. Erreichbar war die Halle mittels eines direkt zwischen dem Bahnhof Jöhstadt und der Anschlußbahn der Fahrzeughalle verkehrenden Zubringerzuges, bestehend aus der Lok 99 4511-4, dem Reisezugwagen 970-751 sowie dem Zugführerwagen 97-30-06. Aufgrund eines sehr engen Gesamtfahrplanes konnten keine weiteren Züge an der Fahrzeughalle halten.

Die aus jeweils sechs Wagen gebildeten Reisezüge zwischen Steinbach und Jöhstadt verkehrten abwechselnd mit den IV K 99 1542-2, 99 1568-7, 99 1590-1 sowie der VI K 99 1715-4. Jeweils in Jöhstadt und Steinbach fanden ein Lokwechsel am Zug statt. Die auf dem Bahnhof Steinbach „pausierende“ Lok wurde während der Zugpause rege für Führerstandsmitfahrten genutzt. Der Aufenthalt in Jöhstadt wiederum war meist den technischen Untersuchungen und Restaurationsarbeiten am Fahrzeug bzw. als Pausen- und Essenszeit für das Personal vorbehalten. Jedoch waren die Lokpersonale jederzeit auch zu Erklärungen und individuellen „Fotosessions“ vor dem Lokschuppen für interessierte Besucher bereit.

Als besonderes Highlight des Pfingstfestes war jedoch der Besuch des Zittauer Triebwagens VT 137 322 auf der Preßnitztalbahn anzusehen. Der crèmedunkelrote Triebwagen verkehrte in den Zwischenlagen der Dampfzüge zwischen 10 und 22 Uhr in fünf Umläufen, wobei die letzte Tour meist in Kombination mit dem roten Aussichtswagen 970-465 stattfand. Inklusive einiger Fahrzeugüberführungsfahrten waren damit zeitgleich bis zu fünf Zugfahrten auf der acht Kilometer langen Eisenbahnstrecke unterwegs.

Auf dem Bahnhof Jöhstadt war von 9 bis etwa 5 Uhr des Folgetages für Essen und Getränkeausschank gesorgt. Bis 18 Uhr bediente die Besucher wieder traditionell das Team aus dem „Schwabenländle“ mit Grillspezialitäten. In den Abend- und Nachtstunden bis zum folgenden Morgen bewirteten wieder die „Nachtschwärmer“ des Vereins die Besucher im Festzelt. Damit kein Anwohner mit dem Straßenfahrzeug aus Steinbach oder Schmalzgrube zum Festzelt anreisen mußte, fuhren wieder bis 3 Uhr am Sonntag- und Montagmorgen die Züge in guter Auslastung bis Steinbach und zurück. Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde zwischen Wolkenstein und Steinbach ein „Schienenersatzverkehr“ eingerichtet. Dieses Angebot nutzten rund 350 Gäste des Festes. Mit den zwei im Einsatz befindlichen historischen Bussen kamen sogar Straßenoldtimerfans auf ihre Kosten. In Wolkenstein bestand Anschluß von und zu den Zügen der DB Erzgebirgsbahn.

Insgesamt kamen über 6000 Besucher zum Pfingstfest nach Jöhstadt, rund 4500 davon nutzten auch die Züge der Museumsbahn.

GS/JM


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