DB-„Erzgebirgsbahn“ saniert Strecken im Westerzgebirge

Nach dem Pfingstwochenende 2002 begann die DB-Tochter Erzgebirgsbahn mit den umfangreichen Sanierungsarbeiten am Streckennetz im Westerzgebirge. Nachdem die Strecke von Grünstädtel nach Annaberg-Buchholz wieder befahrbar gemacht wurde, konnte am 24. Mai 2002 ein VT 642 zum 3. Sächsisch-Böhmischen Eisenbahnfestival nach Cranzahl überführt werden. Unmittelbar danach begannen auch die Arbeiten zur Sanierung des Streckenabschnittes von Annaberg-Buchholz nach Wolkenstein, für den die Pressnitztalbahn GmbH den Bauzugdienst übernahm. Die Strecke über den Markersbacher Viadukt wird dabei als Baugleis betrieben. Ab Herbst 2002 wird zusätzlich zwischen Wolkenstein und Wilischthal sowie zwischen Cranzahl und Königswalde ob Bf gebaut. Die Wiederaufnahme des Zugbetriebes nach Annaberg-Buchholz ist derzeit für 2003 geplant.

Nachdem kurz vor dem Schwarzenberger Lokschuppenjubiläum noch die Restarbeiten auf dem Bahnhof Schwarzenberg ausgeführt wurden, steht ab August 2002 die Sanierung des Streckenabschnittes Aue – Fährbrücke mit einer Vollsperrung an. Diese ist mit umfangreichen Baumaßnahmen verbunden. So wird der Abschnitt von Aue nach Schlema auf eingleisige Betriebsführung zurückgebaut, die weitere Strecke bis Zwickau einschließlich des Haltepunktes Schlema bleibt zweigleisig.

Umfangreiche Veränderungen erfährt auch der Bahnhof Aue. Die Stellwerke 2, 3 und 4 werden aufgelassen, das Stellwerk 1 soll nach erfolgtem Umbau mit GsII-Technik in Betrieb gehen. Damit gibt es dann Stellwerke der Bauart Gaselan nur noch in Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg.

Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs im Muldental soll im Dezember 2002 erfolgen, wobei die Züge von Zwickau nach Johanngeorgenstadt für 55 km dann nur noch 71 Minuten benötigen sollen. Der Fahrzeugtausch für den Abschnitt Aue – Johanngeorgenstadt erfolgt während der Bauarbeiten über die Zwönitztalbahn. Jeweils zwei Zugpaare fahren von Chemnitz nach Johanngeorgenstadt durch, allerdings zu recht unchristlichen Zeiten.

Durch die Beseitigung von Langsamfahrstellen zwischen Chemnitz und Thalheim konnte die Gesamtfahrzeit für die 51 km lange Strecke von bisher 110 Minuten auf 101 Minuten verkürzt werden. Die führte jedoch gleichzeitig zu erheblichen Taktverschiebungen. Vom Frühjahr bis zum Herbst 2003 wird zwischen Thalheim und Chemnitz allerdings nochmals gebaut.

Die Sanierung der Strecken wird einhergehen mit einer radikalen Veränderung der Leit- und Sicherungstechnik. Auch wenn die Betriebsaufnahme für das elektronische Stellwerk inzwischen verschoben wurde, werden besetzte Bahnhöfe und vor allem Stellwerke bald der Vergangenheit angehören.
(FT)


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