PK 2/2017 - Editorial

Liebe Preß'-Kurier-Leser!

Sagen Ihnen die Abkürzungen Kpo 6, Fe 6, Zw 664a oder S 49 etwas? Mit letzterer habe ich Sie vielleicht schon auf die richtige Fährte gebracht, es handelt sich alles um Materialien für den Gleisbau. Für mich ist es nun schon mehr als 25 Jahre her, dass ich diese Begriffe verinnerlicht habe. Acht Jahre lagen von jenem April 1992 an vor uns, um im Ergebnis der intensiven Beschäftigung mit diesen Gleisbausto en eine acht Kilometer lange Eisenbahnstrecke zu haben. Doch auch seitdem geraten die zu diesen Abkürzungen gehörenden Teile selten lange genug in Vergessenheit, denn eine solche Strecke benötigt regelmäßige Instandhaltung und Pflege. Für den Artikel zum Jubiläum des Streckenbaubeginns habe ich zahlreiche Erinnerungen aus der Anfangszeit unserer Museumsbahn wieder aufgefrischt und auch Wissenslücken gefüllt. Das Gewicht mancher Schwelle oder Schiene, die damals bewegt wurde, wird da aber auch gleich wieder spürbar in den Körperteilen.

Das Doppeljubiläumsjahr bei der Preßnitztalbahn hat Fahrt aufgenommen, die bisherigen Veranstaltungen waren allesamt gut besucht und der Veranstaltungsplan verspricht ja noch einige Höhepunkte. Dass eine solche Häufung von Jubiläen auch mit einer Festschrift bedacht wird, versteht sich von selbst. Für jenes Heft (siehe Ankündigung Seite 9) konnte Holger Drosdeck gewonnen werden, der u. a. für die Herausgabe der Publikationen des Fördervereins Historische Westsächsische Eisenbahnen e. V. (FHWE) verantwortlich zeichnet. Ich bin selber gespannt auf das Ergebnis und kann Ihnen daher unser Angebot des kostenfreien Versandes des Heftes bei Bestelleingang bis zum 31. Mai nur wärmstens empfehlen. In dieser Ausgabe des PK finden Sie aber auch noch weitere interessante Literaturtipps zur alten Preßnitztalbahn und darüber hinaus.

Zu Ostern fand bei der Waldeisenbahn Muskau zum Saisonbeginn auch gleich der Höhepunkt des Jahres statt die neue Strecke zum Turm am Schweren Berg wurde eröffnet. Dass es einmal einen Neubau von Schmalspurgleisen geben könnte, weil ein Tagebau eine bisherige Streckenführung durchkreuzen soll, ist sicherlich lange Zeit nicht für denkbar gehalten worden. Dank der Besinnung darauf, dass diese Bahn eine absolute touristische Anziehungskraft in der Region ausstrahlt, sind sich Landkreis, Stadt und Tagebaubetreiber einig geworden. Für viele andere Regionen und Verantwortliche in vielen Teilen Deutschlands wünschte ich mir diesen Erkenntnisprozess ebenso.

Auch wenn sich die Meldungsdichte in den Zeitungen des Dresdner Umlandes in den vergangenen Monaten gefühlt deutlich erhöhte, zum Thema Baufortschritt entlang der Weißeritztalbahn und inzwischen über jede mögliche durch Gleisbauer zu verrichtende Arbeit berichtet worden ist wann denn nun wirklich die ersten öffentlichen Züge fahren sollen, steht leider aber immer noch nicht fest. Das sollte Sie aber jetzt, wo es ringsum wieder grünt und blüht, nicht davon abhalten, den Frühling mit vielen Zügen zu genießen.

Glück Auf

Jörg Müller


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