99-52-13 – privater Museumswagen in Straupitz

Die Mitglieder der IG Spreewaldbahn e. V. haben in den vergangenen Jahren die Kästen von über einem Dutzend ehemaliger Spreewaldbahnwagen am Bahnhof Straupitz zusammengetragen. Doch in dem Ort am Rande des Spreewaldes wird zusätzlich auch noch auf einem Privatgrundstück der Kasten eines ehemals zweiachsigen gedeckten Güterwagens der Nachwelt erhalten. Der Eigentümer des Fahrzeuges berichtet über sein privates Museumsstück (redaktionell bearbeitet und ergänzt): Die Waggonfabrik Uerdingen lieferte 1902/03 insgesamt neun zweiachsige gedeckte Güterwagen an die Lübben-Cottbuser Kreisbahnen (LCK). Der spätere 99-52-13 erlebte während seines Einsatzes auf der Spreewaldbahn friedliche und auch weniger ruhige Zeiten. Was mag er wohl alles in seinem Laderaum transportiert haben?

Nach derzeitigem Forschungstand wurde er 1902 mit der LCK-Nummer 28 in Dienst gestellt. Nachdem die Deutsche Reichsbahn 1949 die Betriebsführung der LCK übernommen hatte, erhielt der Zweiachser zunächst die Bahndienstwagennummer 702-019 und später die reguläre Güterwagennummer 99-52-13.

Bereits 1966 wurde der Waggon auf Grund mangelnder Transportaufgaben von der Rbd Cottbus ausgemustert. Anschließend diente der Kasten ohne seine Radsätze in Straupitz als Lagerraum für Holz und Kohle sowie als Hühnerstall. Anfang dieses Jahrtausends schien das Ende des inzwischen stark heruntergekommenen Wagenaufbaus gekommen zu sein. Er sollte als Übungsobjekt für die Feuerwehr Verwendung finden. Soweit kam es jedoch nicht. Nach einer kurzen Odyssee gelangte das Fahrzeug 2007 in das Eigentum des Schmalspurbahnfreundes Christian Mattick, der im Sommer 2011 mit der Restaurierung des Wagens im Stil der letzten Betriebsjahre begann. 40 Jahre Witterungseinflüsse hatten zuvor deutliche Spuren an Holz und Stahl hinterlassen, so dass er einen großen Teil des hölzernen Aufbaus ersetzen musste. Zuvor befreite er das noch immer stabile Untergestell in stundenlanger Arbeit vom Rost und lackierte es anschließend mehrmals. Besonderes Augenmerk legte Christian Mattick bei der Aufarbeitung auf kleine Details wie zum Beispiel auf die Holzverbindungen der Schiebetüren sowie auf das fachgerechte Ausbessern noch verwendbarer Seiten- und Dachbretter. Einen besonders wichtigen Punkt stellte für ihn die Beschriftung dar, welche mittels Lackfolie aufgebracht wurde und nun das „Markenzeichen“ von 99-52-13 darstellt.

Anfang September 2012 war es geschafft. Umrahmt von Obstbäumen und Gemüsebeeten erstrahlt nun dieses ehemalige Spreewaldbahnfahrzeug in neuem Glanz und verdient sich seinen Ruhestand als Gartenlaube der „besonderen Art“. Für seinen Eigentümer stellt es eine große Bereicherung des historischen Nachlasses einer vergangenen Eisenbahnepoche dar.
Christian Mattick/AM


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