Dampfwolken über dem Vogtland

oder von der mühevollen Arbeit, drei Tage
Plandampf zu veranstalten (Teil 1)

Seit über 11 Jahren begeistert inzwischen ein Zauberwort die Eisenbahnfreunde - PLANDAMPF! Es fing alles ganz einfach an, Diesellokomotiven sollten die Dampftraktion in ihren regulären Umläufen ersetzen, Dampfloks standen in Form von Museums- und Heizloks um 1990 in Sachsen noch in ausreichender Zahl zur Verfügung.

Während Plandampf in Thüringen und Mecklenburg ohne Probleme weiterhin möglich war, gestatteten in Sachsen DB Regio und Cargo die Bespannung planmäßiger Züge ab 1997 nicht mehr. Erst seit Herbst 2000 ist dies mit Abstrichen wieder möglich. Was lag also näher, als es mit der Erfahrung von 11 Jahren Dampfeinsatz im Frühjahr 2001 nochmals zu versuchen.

In fast allen Ecken Sachsens hat es im letzten Jahrzehnt umfangreich gedampft – außer im Vogtland. Die anspruchsvollen Strecken hatten dort bereits frühzeitig für eine Verdieselung gesorgt, die nächsten Dampflokomotiven standen ohnehin etwas abseits. Gesagt, getan, die Aktion wurde unter der bewährten Regie des „Produktionsleiters“ Matthias Warstat Anfang des Jahres angeschoben.

DB Regio und DB Cargo wurden angeschrieben und signalisierten erste Zustimmung. Die Annoncen wurden geschaltet und Werbung verschickt, dann hieß es erst einmal warten auf die Zahlungseingänge, denn diese entscheiden maßgeblich über die Ausführbarkeit des Programmes. Inzwischen gab es aber auch erste Rückschläge, der geplante Einsatz von 35 1097 zerschlug sich wegen eines längerfristigen Einsatzes der Lok im Raum Braunschweig. Die als Alternative angedachte 03 2295 mußte wegen extremer Preisforderungen des Betreibers in München bleiben, zumal sich im Bereich der Güterzüge erstes Ungemach andeutete.

Wegen Überlastung im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Dresdener Dampflokfestes (und auf Intervention anderer), sah sich DB Cargo plötzlich nicht mehr in der Lage, die Bespannung von Plangüterzügen von Zwickau nach Bad Brambach zu realisieren. Dies hieß umplanen, Sondergüterzüge einlegen und entsprechende Trassen bestellen. Die neue Kostenrechnung lief den Einzahlungen langsam davon. Erst eine Woche nach Redaktionsschluß besserte sich die finanzielle Lage des Projektes erheblich.

Da das SEM leider einen Einsatz der 50 3648 an den drei Tagen abgelehnt hatte, hieß es nun gleich für zwei Lokomotiven nach Ersatz zu suchen. Die Kollegen vom Eisenbahnmuseum Bayrischer Bahnhof zu Leipzig sprangen kurzfristig mit 52 8154 ein, die IG Preßnitztalbahn organisierte die Meininger 50 3501 und eigenes Personal, um die Veranstaltung zu bereichern. Mit der VSE-eigenen 50 3616 standen damit drei Maschinen für die Veranstaltung zur Verfügung.

Inzwischen entstanden im Dresdener Plandampfbüro neue Lokumläufe, die an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst waren. Alle Güterzüge als Sonderleistungen und Reisezüge als Planleistungen. DB Regio hatte dabei sogar dem Wagenzugwechsel zugestimmt, so daß der VSE-Museumszug eine stilgerechte, aber nicht weniger schlechte Alternative zum planmäßigen Wagenmaterial darstellte. Der Einsatz der Sondergüterzüge brachte neben den erheblichen Mehrkosten für Trassen und Wagenanmietung aber auch Vorteile in der etwas flexibleren Gestaltung des Programmes, mußte doch nun nicht mehr auf die Regelzüge Rücksicht genommen werden.

Inzwischen liefen in der Außenstelle Hennigsdorf nicht nur dienstags das Infotelefon heiß, zahlreiche Plandampffreunde wollten unbedingt wissen, ob es denn überhaupt etwas wird. Dies insbesondere angesichts der Tatsache, daß einige Neider aus Westsachsen inzwischen Gerüchte über einen Ausfall der Veranstaltung in die Welt gesetzt hatten. An eine planmäßige Vorbereitung bei der Erstellung der Programmhefte war dabei an manchen Abenden nicht mehr zu denken. Gut zehn Tage vor der Veranstaltung hielten die meisten Teilnehmer diese jedoch glücklich in der Hand.

Doch damit waren die Vorbereitungen noch längst nicht abgeschlossen. In einer Gegend, in der planmäßige Dampflokeinsätze seit längerem der Vergangenheit angehören, galt es, die Infrastruktur für die Dampfloks zu improvisieren. Es folgten aufwendige Verhandlungen mit Trinkwasserverbänden, freiwilligen Feuerwehren und der Bahnmeisterei in Plauen, die die Bekohlung übernehmen sollte. Eine Woche vor der Veranstaltung war auch dies alles unter Dach und Fach.

Für die notwendigen Rangierarbeiten auf den Unterwegsbahnhöfen hatte sich inzwischen das VSE-Personal um Hajo Klemmt die notwendige Bahnhofskenntnis besorgt. Nach den Ausbildungsfahrten der IGP und den Charterfahrten des VSE hieß es ab 2. Mai, die Fahrzeuge auf den dreitägigen Dampfeinsatz vorzubereiten. Dazu gehörte auch die Beladung zweier E-Wagen mit Steinkohle, denn diese gibt es in Plauen schon seit längerem nicht mehr. Hierbei gab allerdings unser betagter Bagger endgültig seinen Geist auf – siehe Hilferuf!

Kurzfristig war ein Ersatzgerät zu organisieren, das die Firma Beyreuther auch unproblematisch in Gestalt eines Radladers zur Verfügung stellte. Der Wagenzug mußte nach den letzten Einsätzen einer Großreinigung unterzogen und ebenfalls für den Einsatz als Regionalexpreß und Regionalbahn vorbereitet werden.

Am Morgen des 3. Mai hieß es dann wieder Dampf kochen, langsam zeigten sich erste zarte Rauchwölkchen über 50 3616, später auch über 52 8154 und 50 3501. Letztere erhielt im Laufe des Vormittages noch einige Umbauten an der Stirnfront, denn nach Ausrüstung mit einem Oberflächenvorwärmer erinnert sie nun mehr an eine Altbau-50er, denn an eine 52er. So wurden originale Griffstangen und Loklaternen für die Veranstaltung angebaut.

Letztmals ging es unter die Bekohlungsanlage, um die Vorräte zu ergänzen, bevor das Abölen für die beteiligten Personale anstand.

(wird fortgesetzt)

Dampfwolken über dem Vogtland

oder von der mühevollen Arbeit, drei Tage
Plandampf zu veranstalten (Teil 2)

Nachdem am Abend des 3. Mai alle Lokomotiven versorgt waren, galt es noch den Zug für die Zuführung nach Zwickau zusammenzubauen, neben den VSE-Museumswagen mußten noch zwei Wagen mit Kohle, der Speisewagen für die Bewirtschaftung und zwei Übernachtungswagen auf die Reise gehen. Inzwischen war es 23 Uhr und die Nacht fiel entsprechend kurz aus. Bereits vor 4 Uhr klingelte für die meisten Beteiligten am 4. Mai dann der Wecker. 4.45 Uhr war Abfahrt, eine Zeit, zu der die meisten Plandampfteilnehmer sich noch im Bett räkelten.

In Zwickau hatte DB Cargo bereits die bestellten Güterwagen in bunter Reihenfolge bereitgestellt, was die Rangierarbeiten erheblich erleichterte. Während 52 8154 letzte Wagen- umstellungen vornahm, gingen 50 3616 und 50 1380, wie 50 3501 während der Veranstaltung hieß, zum Drehen ins Cargo-Bw. Durch die planmäßigen Zugfahrten verzögerte sich allerdings die Abfahrt des Güterzuges, für den inzwischen Wagenliste und Bremszettel angefertigt worden waren, um ca. 45 Minuten.

Am Himmel wurde es inzwischen immer dunkler statt heller, der Wetterbericht schien tatsächlich einzutreffen.

In Reichenbach wurde der Güterzug umgebildet, ein Teil ging mit 50 1380 pünktlich über Falkenstein nach Adorf, während 50 3616, die noch zu einem besonderen Rendezvous nach Barthmühle fahren sollte, mit fast einer Stunde Verspätung auf die Reise ging.

Rangieren mit einem elektronischen Stellwerk ist leider doch nicht so einfach. Einzige Chance, die Verspätung wieder aufzuholen, blieb, die Versorgungs- und Kohlewagen nicht in Plauen auszusetzen, sondern für den Rest des Tages mitzuschleppen. Inzwischen hatte 52 8154 den Museumszug von Zwickau nach Reichenbach gebracht und stand für die Übernahme der Zugleistung RE 17245 bereit. Während des Aufenthaltes in Reichenbach wurde dabei nicht nur die Zuglok, sondern auch gleich der Wagenzug gewechselt. Das gute Dutzend Reisende fand dies nicht weiter schlimm, gab es doch diesmal eine kostenlose Dampfzugfahrt.

Inzwischen hatte 50 3616 den Bahnhof Barthmühle erreicht und umgesetzt. Planmäßig ging es bis zum Kilometer 44,0, wo der Zug in Position gestellt wurde. Wenig später rollte die 52er über die Elstertalbrücke, Dampf oben und unten! Wenig später trafen sich alle drei Dampfloks in Adorf, wo der Trinkwasserzweckverband mittels eines am Vorabend durch den VSE ausgeliehenen Standrohres die Loks vom Bahnhofsvorplatz mit Wasser versorgte. Da das Bw zu dieser Zeit nicht anzufahren war, wechselten die Loks ihre Züge. 50 1380 übernahm den RE 17246 nach Reichenbach, 52 8154 den Güterzug nach Plauen und 50 3616 machte die Runde durchs obere Vogtland, wo sie in einen heftigen Gewitterguß geriet.

Um 17 Uhr folgte dann der zweite Höhepunkt des Tages. Mitten auf der Göltzschtalbrücke begegneten sich 50 3616 und 50 1380 mit ihren Zügen. Ein Pfeifkonzert grüßte die nun 150jährige Brücke.

Nach der Ankunft aller drei Lokomotiven am Abend in Plauen war für alle Beteiligten noch lange nicht an Feierabend zu denken, Bekohlen, Ausschlacken, Abölen und Wassernehmen standen für die Lokmannschaften und das VSE-Team auf der Tagesordnung, unterstützt von der Bahnmeisterei. Parallel begann Ralf Heidemann im Speisewagen die Vorbereitungsarbeiten für das Abendessen. Erst mit der Übernahme der Lokomotiven durch den Nachtwärter war für alle Beteiligten Zeit, um über die Geschehnisse des Tages zu diskutieren.

Am Samstag, 5. Mai, hieß es für die Lokpersonale wieder früh aufstehen. Das Elstertal stand dabei im Mittelpunkt der Dampfeinsätze. Immer noch verhingen dichte Wolken mit Nieselregen den Himmel des Vogtlandes. Wegen fehlender Zugleistungen und Zusatztrassen blieb 52 8154 als Reserve in Plauen zurück. Der am Morgen eingelegte Güterzug von Plauen nach Reichenbach mit 50 1380 mußte jedoch wegen kurzfristiger Bauarbeiten im Bereich der Göltzschtalbrücke bis Herlasgrün verkürzt werden.

50 3616 beförderte am Vormittag Regionalbahnen zwischen Weischlitz und Gera. Am Mittag wurden in Weischlitz die Züge getauscht, 50 1380 übernahm mit dem VSE-Museumszug die Regionalbahnen im Elstertal, 50 3616 beförderte den Güterzug von Weischlitz über Greiz nach Neumühle, wo sie am Nachmittag der 50 1380 begegnete. Auf der Rückfahrt war in Greiz wieder ein längerer Aufenthalt zum Wasserfassen erforderlich, unterstützt von Kameraden der Feuerwehr. Der wieder einsetzende Nieselregen trug jedoch trotz planmäßiger Abwicklung aller Zugfahrten nicht gerade zur Hebung der Stimmung unter den angereisten Teilnehmern bei. Gegen 18 Uhr trafen dann beide Loks wieder mit ihren Zügen in Plauen ein, wo das allabendliche Prozedere stattfand, bevor sich alle ihrem Feierabend-Dampflok-Bier widmen konnten.

Auch der Sonntag hielt leider keine Wetterbesserung bereit. Wieder stand die Hauptbahn zwischen Reichenbach, Plauen und Bad Brambach auf dem Programm. Vor den RE 17245 und 17246 mußten 52 8154 und 50 3616 zeigen, was in ihnen steckt, um die anspruchsvollen Fahrzeiten einzuhalten, was auch einigermaßen gelang. Nachdem sich die Dampfbespannung der RE inzwischen herumgesprochen hatte, waren deutlich mehr Fahrgäste in den Zügen zu verzeichnen. Fast 200 Fahrgäste wechselten in Reichenbach den Wagenzug. Einzelne Rückfragen, ob man denn diesen Service jetzt öfter geboten bekomme, mußten leider abschlägig beschieden werden. So machten sich denn zwischen den hartgesottenen Plandampf-Mitfahrern zahlreiche Studenten im LOWA-Wagen breit, älteres Publikum (träumte) noch mal von vergangenen Zeiten, während so manche Flasche Dampflokbier den Besitzer wechselte – ein Service, den die RE in der Regel nicht bieten. Alle Züge waren diesmal bis Bad Brambach verlängert, da die dort vorhandene Wasseranlage bessere Möglichkeiten zur Ergänzung der Vorräte bot.

Fast pünktlich machte sich 50 3616 mit RE 17246 auf den Weg nach Reichenbach, unterstützt von 50 1380 am Zugende. Letztere hatte anschließend nochmals den RE 172549 von Reichenbach nach Plauen zu befördern, dabei kam es dann zu einer nicht geplanten Begegnung mit 52 8154 und ihrem Güterzug auf der Elstertalbrücke. Buchstäblich in letzter Minute brachte ein Schaden an der 50 1380 doch noch alle Abreiseplanungen durcheinander. Bei der Einfahrt in Plauen meldete sich das rechte Treibstangenlager durch heftiges Klopfen. Für die Lokbesatzung brachte dies eine sehr beschwerliche Arbeit: Stangen abbauen und die Lok zum Schleppen vorbereiten. Am Haken von 50 3616 ging es nun zunächst nach Schwarzenberg statt zurück nach Meiningen, während sich die 52er mit dem Museumszug auf den Weg in ein bekanntes fränkisches Museum aufmachte.

Drei ereignisreiche Tage lagen hinter allen Beteiligten, leider nicht gerade vom Wetter verwöhnt. Trotz der Absage von DB Cargo, planmäßige Züge zu befördern, was sich im Nachhinein wegen Ausfalls dergleichen als Vorteil erwies, konnten die drei Dampfer nochmals zeigen, daß in Sachsen auch noch Plandampf möglich ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitstreitern bei DB Regio in Sachsen und Thüringen, bei DB Netz, dem Eisenbahnmuseum Bayrischen Bahnhof Leipzig, dem Meininger Dampflokverein, der IG Preßnitztalbahn, den Kollegen vom Trinkwassserzweckverband in Adorf, dem Kameraden der beteiligten Feuerwehren und nicht zuletzt allen Mitstreitern im VSE. Es gehören halt schon einige Leute dazu, um für gerade mal drei Tage die Dampfzeiten zurückkehren zu lassen.

Falk Thomas


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In den Sand gesetzt

Es hätte das Dampfereignis des Jahres werden sollen, die Festwoche zum 150jährigen Jubiläum der Göltzschtalbrücke und Elstertalbrücke – neun Tage Volldampf mit bis zu sechs Maschinen unter Dampf! Was wurde da von einem Leiter der Arbeitsgruppe Eisenbahn im Festkomitee nicht alles versprochen – 35 1019, 50 2740, 94 1292, zum Schluß sogar 44 1486, um nur einige Höhepunkte zu nennen. Während bei bisherigen Jubiläen die Vereine aus der Region direkt an den Planungen beteiligt wurden, kochte diesmal ein Festkomitee sein eigenes Süppchen.

Zur Mitarbeit im Festkomitee wurde dabei nicht eingeladen, sondern ausgewählt!
Gut angedacht waren sie ja, die Themenfahrten, in deren Verlauf es irgendwann auch einmal über die Brücken gehen sollte, ansonsten standen Fahrtziele in Böhmen und das Elstertal auf dem Plan; Plandampf- und Fotozüge sollten sogar weitab vom Festobjekt im thüringischen Vogtland verkehren. Brückenjubiläum? – ach ja, das gibt es ja auch noch! Fahrgäste in die Region bringen, das Jubiläum als Chance für den Tourismus mit familienfreundlichen Fahrpreisen – angesichts von Fahrpreisen zwischen 125,- und 139,- Mark aber wohl eher eine Fehlanzeige.

So blieb von den großartigen Planungen nicht viel übrig. Als erstes mußte mangels Teilnehmern der Plandampf abgesagt werden, zumal DB Cargo keine Genehmigung zur Bespannung von Planzügen erteilte. Der Schuldige hierfür war schnell ausgemacht – natürlich ein Verein aus Schwarzenberg, der es gewagt hatte, im Mai seine eigene Veranstaltung zu machen. Wegen 160 Plandampffreunden, die es vorzogen, im Mai statt im Trubel der Festwoche die Plandampftage zu genießen, mußte der Plandampf in der Jubiläumswoche ausfallen! Eine sehr gewagte These, deren Beweis noch aussteht.

Entsprechend gestalteten sich die Beziehungen zwischen dem VSE und dem Organisationsbüro in der nächsten Zeit. Der Wunsch des VSE, sich in jedem Fall auch an den Aktivitäten in der Festwoche zu beteiligen, wurde vom verantwortlichen Leiter der Arbeitsgruppe Eisenbahn stoisch ignoriert! Doch es kam noch schlimmer! Ende Juni sagte das „Orgbüro“ alle geplanten Themenfahrten zum Jubiläum ab, was angesichts der Fahrpreise kaum verwundert. Das Vogtland ist eine Ferienregion, aber welcher Feriengast leistet sich mit seiner Familie schon eine Dampfzugfahrt für mehr als 300 Mark am Tag, wenn es auch wesentlich preiswerter geht?

Auch hier war ein Schuldiger schnell ausgemacht – der Landrat Tassilo Lenk!!!
Hierzu ein Zitat aus der „Freien Presse“ vom 17. Juli: „ ,Wir konnten nicht das Risiko auf uns nehmen, die Züge vorzufinanzieren', sagt (Volker) Jacobi. Deshalb hatte er beim Landrat Tassilo Lenk (CDU) um einen Termin gebeten, um ihm die Lage auseinanderzusetzen. ,Wir hätten die Kosten nachträglich decken können, wenn festgestanden hätte, daß die Fahrten auch tatsächlich stattfinden', ist Jacobi überzeugt. ... Also hat Volker Jacobi zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland abwehren müssen.“

Nun, mit der Überzeugung, die Kostendeckung doch noch zu erreichen, kann es aber nicht allzu weit her gewesen sein. Sonst wäre es wohl kein Problem gewesen, die Fahrten auf eigenes Risiko durchzuziehen, wie dies andere Veranstalter auch öfter tun müssen. Daß es beim Jubiläum in der Region überhaupt dampfte, ist dem Zweckverband ÖPNV Vogtland zu verdanken, der am 15. und 21. Juli die Kosten für die eingesetzten Dampfzüge übernahm. Diese waren dann auch angesichts der Gültigkeit von Regionalbahnfahrkarten mit einem moderaten Dampfzuschlag hervorragend gefüllt.

Gleiches galt für die Sonderzüge des VSE, die jedoch infolge der Ignoranz des Festkomitees ohne Förderung auskommen mußten. Bleibt nur zu hoffen, daß der Arbeitsstil des Festkomitees nicht Basis der künftigen Zusammenarbeit sächsischer Vereine wird.

Tom Neukirch


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