Preßnitztalbahn aktuell

Die Museumsbahn im Februar und März

Seit vielen Jahren ist der Fahrbetrieb im Februar eine feste Konstante im Jahresprogramm der Museumsbahn. Durch die teils unterschiedliche Lage der Winterferien in Sachsen und den angrenzenden Bundesländern im Kalender gibt es dadurch eine gewisse Verteilung, die jedoch maßgeblich durch die Wettersituation für die Wintersportler beeinflusst wird. Da es in den ersten Monaten dieses Jahres wieder über mehrere Wochen eine durchgehende Schneedecke gegeben hatte, wirkte sich dies auch auf die Nachfrage in den Zügen der Museumsbahn positiv aus.

Während insbesondere im Februar die Arbeiten an den Außenanlagen der Strecke zumeist auf die Schneebeseitigung beschränkt blieben – vor allem vor dem ersten Februar-Fahrtag hatte Frau Holle noch einmal für ordentlichen Nachschub und viel Arbeit an Weichen, Bahnsteigen und Bahnübergängen gesorgt – liefen im Hintergrund die Vorbereitungen für die zahlreichen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres auf Hochtouren an. Die intensivere und Dank des aktiven Mitwirkens mehrerer Mitglieder in der Arbeitsgruppe Marketing auch deutlich wirksamere Öffentlichkeitsarbeit im Vergleich zu vergangenen Jahren zeigt deutliche Wirkung. Bei allen Veranstaltungen, die mit besonderem Bezug zum Jubiläum der Preßnitztalbahn beworben wurden, konnte bisher eine mehr als zufriedenstellende Besucherzahl festgestellt werden.

Infrastrukturarbeiten

Der Auftakt der üblichen Frühjahrsarbeitsaktionen entlang der Strecke wurde bereits Ende Februar vollzogen. Im Bereich des Ausziehgleises aus dem Bahnhof Steinbach bis zum Gleisendabschluss in Richtung Wolkenstein wurde umfangreicher Verschnitt der Sträucher und Hecken vorgenommen. Mitte März ging es dann mit Häcksler und Kettensäge in einem Abschnitt am Gleis zwischen dem Bahnübergang Grumbacher Straße und Kilometer 18,0 an den Bewuchs von Bäumen und Strauchwerk. Dabei wurde das Häckselgut gleich wieder am Waldrand verstreut. Am 25. März folgte dann zwischen dem Bahnhof Jöhstadt und dem Haltepunkt Stolln mit rund einem Dutzend Teilnehmern ein umfassender Frühjahrsputz. Dieser umfasste eine Beräumung des Gleisbereiches und eines bis zu 20 m breiten Streifens links und rechts der Bahnanlage von Zivilisationsmüll und abgestorbenem Bewuchs. Die Weichen wurden einer Schmierung unterzogen, lockere Schwellenstöße und Schwellen wieder befestigt sowie kurze Abschnitte gestopft. Das Reinigen von Bahngräben, Durchlässen und Brückenwiderlagern gehörte ebenso dazu.

Am 8. April wurden in einem weiteren Arbeitseinsatz punktuell notwendige Arbeiten zum Frühjahrsputz ausgeführt. Hierbei lag ein Arbeitsschwerpunkt an der Stützmauer zwischen Straße und Bahnanlage unterhalb des Forellenhofes.

Von Vorteil sind Arbeiten in dieser Zeit, da hierbei keine Behinderungen durch und für den regelmäßigen Wochenendverkehr auf der Museumsbahn nach Steinbach eintreten, der von Ende April bis Ende Oktober an jedem Wochenende statt ndet. Im März setzten die Mitarbeiter und Mitglieder des Vereins die Reinigungsarbeiten rund um den Bahnhof Jöhstadt fort. Das Pumpenhaus am Schwarzwasser in Jöhstadt, in dem sich die Wasserversorgung für die Lokomotiven am Heizhaus befindet, erhielt im März eine neue Dacheindeckung. In Vorbereitung der zum Osterfest geplanten Ausstellung über die Bahnpostbeförderung fanden im Güterboden in Steinbach Renovierungsarbeiten und die Installation zusätzlicher Beleuchtungskörper statt.

Fahrzeuge

Die Arbeiten an der Dampflok 99 1568-7 der sächsischen Gattung IV K zur Wiederinbetriebnahme nach der erfolgten Hauptuntersuchung konnten derweil nicht wie vorgesehen abgeschlossen werden, da am Fahrwerk noch Nacharbeiten und Wiederholungen von Einstellarbeiten erforderlich sind, die sich im Verlauf von Probefahrten herausstellten.
Die IV K 99 1590-1 wurde Anfang April einer Kesselinspektion unterzogen.
Zum Abschluss kam im April außerdem die Kesseluntersuchung nach vierjährigem Einsatz seit der letzten Hauptuntersuchung an der VI K 99 1715-4, so dass ein weiterer Einsatz dieser beiden Dampfloks gewährleistet ist. Mit den dann wieder einsatzfähigen drei IV K-Maschinen, der VI K sowie dem „Meppel“ 99 4511-4 und der I K Nr. 54 stehen zum großen Jubiläumsfest zu Pfingsten damit sechs betriebsfähige Dampfloks zur Verfügung.

An der Diesellok 199 007-6 vom Typ Ns4 wurde eine Neuverkabelung der Elektrik erforderlich, da sich stellenweise die Ummantelung der Leitungen ablöste. Die Blindwelle befindet sich zur Wiederherstellung der Lager gegenwärtig beim Getriebebau Nossen.
Bei der Diesellok 199 008-4 vom Typ V10C wurde Anfang April ein Motortausch vorgenommen, um die Einsatzfähigkeit kurzfristig wieder herzustellen.
Nach Ablauf ihrer Einsatzfrist ist die V10C 199 009-2 zunächst abgestellt, über die weitere Perspektive der Lok gibt es momentan noch keine Aussage seitens des Vereins.

In der Fahrzeugwerkstatt läuft der Bau der beiden Aussichtswagen momentan auf Hochtouren. Während die Arbeiten am Wagen der Preßnitztalbahn 970-596 (ex FHWE Carlsfeld) noch etwas mehr Aufwand erfordern, wird am Wagen 970-398 (ex FHWE Schönheide Süd) der Döllnitzbahn mit Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet. Möglicherweise noch im April kann die Abnahme und Erteilung der Betriebserlaubnis durch die Aufsichtsbehörde erfolgen.

Eine weitere Aufgabe für die Werkstatt ist gegenwärtig das Erneuern des Holzaufbaus, des Dachs und der Beschriftung an einem regelspurigen Flachdachgüterwagen der Verbandsbauart eines privaten Eigentümers.

Fahrbetrieb und Statistik

  • 28./29. Januar: 816 Fahrgäste, Einsatz von 99 1590-1 und 99 1542-2 (aufgrund des herrlichen Winterwetters wurde operativ ein Zwei-Zug-Betrieb eingerichtet)
  • 4./5. Februar: 452 Fahrgäste, Einsatz von 99 1590-1
  • 11./12. Februar: 504 Fahrgäste, Einsatz von 99 1590-1
  • 18./19. Februar: 632 Fahrgäste, Einsatz von 99 1590-1
  • 18./19. März: 260 Fahrgäste bei sehr schlechtem Wetter anlässlich des Jubiläums „90 Jahre 99 715“ mit Einsatz der VI K 99 1715-4

Sonderveranstaltungen im Jubiläumsjahr

Am 18. Februar fand die Veranstaltung „Filmvorträge zur alten Preßnitztalbahn“ mit Beiträgen von Ton Pruissen, Karl Wolf und Wolfgang Schumacher im Kulturhaus in Steinbach statt. Bei drei Vorstellungen im Tagesverlauf zählte der Verein mehr als 250 Besucher. Für die Teilnehmer der Abendveranstaltung fand ergänzend zum Tagesfahrplan eine zusätzliche Fahrt gegen 21.45 Uhr von Steinbach nach Jöhstadt statt.

Bei einer Presseveranstaltung im Kulturhaus Steinbach stellten die IG Preßnitztalbahn e. V. und die Stadtverwaltung Jöhstadt am 17. März noch einmal die Höhepunkte des Festjahres „125 Jahre Preßnitztalbahn“ sowie der Veranstaltung „Mensch gegen Maschine“ vor. Am folgenden 18. März fand um 17.30 Uhr im Kulturhaus Steinbach ein öffentlicher Vortrag zu den  Themen „Stationierungen der Lokomotive 99 715“ sowie „Die VI K bei der Preßnitztalbahn“ statt. Dieser richtete sich vor allem an die Freunde und Förderer der Lokomotive 99 715.

Marketing

Die Arbeitsgruppe Marketing, der neben den Vorstandsmitgliedern etwa zehn weitere Vereinsmitglieder angehören und welche die Öffentlichkeitsarbeit für die Museumsbahn intensiv vorantreibt, traf sich am 10. Februar zu einer Beratung in Jöhstadt.  Themenschwerpunkte waren dabei die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr, notwendige Entscheidungen für die Vorbereitung sowie die Absicherung der verschiedenen Teilnahmen an Messen und Ausstellungen.

Das „Außenteam“ war bei folgenden Veranstaltungen mit Infoständen und Souvenirverkauf präsent:

  • 28./29. Januar und 4./5. Februar: Modellbahnausstellung beim Sächs.-Böhmischen Bauernmarkt in Borthen-Röhrsdorf
  • 4./5. Februar: 5. Mittenwalder Modellbahntage
  • 17. bis 19. Februar: 13. Erlebnis Modellbahn, Messe Dresden
  • 16. bis 19. Februar: Teilnahme am Gemeinschaftsstand der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen bei Holiday World Prag, Messe Prag
  • 25. Februar: 23. Berliner Modellbahnausstellung, Kulturgut Berlin-Marzahn
  • 8. bis 12. März: ITB Berlin

Festschrift „125 Jahre Preßnitztalbahn“

Pünktlich zu Pfingsten 2017 erscheint die Festschrift zum Jubiläum der Schmalspurbahn und der Museumsbahn. Als verantwortlichen Redakteur konnte der Verein Holger Drosdeck gewinnen, der durch seine Schriftenreihen über die Geschichte der Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau – Carlsfeld und über das  umer Schmalspurnetz einen guten Ruf unter Eisenbahnfreunden genießt. Die Broschüre im Format A4 mit ca. 80 Seiten wird 19,90 Euro kosten. Als Subskriptionsangebot erhalten alle Besteller, deren verbindliche Vorbestellung bis zum 31. Mai 2017 per E-Mail, herkömmlicher Post oder Fax in der Vereinsgeschäftsstelle eingeht, das Heft zum Verkaufspreis portokostenfrei zugestellt.



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