Ingo Neidhardt (Herausgeber):

Schmalspur-Album Sachsen Band XII Deutsche Reichsbahn 1920–1945

Cranzahl – Oberwiesenthal, Grünstädtel –Oberrittersgrün, Wilkau-Haßlau – Carlsfeld, Mosel – Ortmannsdorf, Reichenbach – Oberheinsdorf, Klingenthal – Untersachsenberg-Georgenthal

176 Seiten, 513 Schwarzweißfotos, drei Farbfotos,sieben Zeichnungen und sechs Fahrpläne, Format 34 x 28 cm Harteinband mit Umschlag, SSB-Medien Zittau 2012,ISBN: 978-3-00-039711-0, Preis 48,– EUR

Pünktlich zum Weihnachtsfest 2012 erscheint der zwölfte Band der Reihe „Schmalspur-Album Sachsen“ und bewirbt sich um einen Platz unter dem Weihnachtsbaum aller Freunde der sächsischen Eisenbahn. Dieser bildet den Abschluß der Bände zur Reichsbahnzeit 1920–1945 und führt uns vom westlichen Erzgebirge bis ins Vogtland.

Das Konzept der Alben ist unverändert gut, alle bekannten und zugänglichen Fotos werden mit detailreichen, zum Teil als Mini-Geschichten ausgeführten Bildunterschriften aufgewertet und ziehen den Betrachter tief in die längst vergangene Zeit und Situation. Es ist sicher keine einfache Aufgabe, zu jeder Abbildung einen Text zu verfassen, der weder banal noch zu konstruiert erscheint. Daß dies durchgängig gelingt, zeugt von der guten Recherche, der Phantasie, aber auch der umfassenden Fachkenntnis der Autoren André Marks und Helge Scholz.

Doch ein Schmalspuralbum kauft man sich nicht aufgrund guter Texte, vielmehr sind natürlich die zu erwartenden Fotoschätze die Motivation. Und da hat die zwölfte Ausgabe wieder einiges zu bieten. Neben der zu erwartenden Vielfalt an Motiven von der Bahn zum Fichtelberg mit den ersten Einsätzen der Einheitsloks ab 1929 und den vornehmlich die liebreizende Landschaft des Pöhlwassertales zeigenden Aufnahmen der Strecke nach Oberrittersgrün überraschen vor allem die vielen bisher unbekannten Bilder der längsten sächsischen Schmalspurbahn von Wilkau-Haßlau nach Carlsfeld. Von dieser gibt es u. a. die Ablichtungen der Auswechslung dreier Brückenträger 1938 oder eine Bahnhofsaufnahme von Carlsfeld mit vielfältigem, teils zweiachsigem Wagenpark zu sehen, die das Herz höher schlagen lassen.

Ebenfalls beeindruckend sind die vielen qualitativ hochwertigen Bilder mit Lokomotiven der sächsischen Gattung I M auf der meterspurigen Reichenbacher Linie, fristet diese Strecke doch in der Wahrnehmung von sächsischen Schmalspurbahnen ein Schattendasein.

Dies gilt auch für die letzte Strecke dieses Bildbandes, die einzige elektrisch betriebene Schmalspurbahn Sachsens mit Personenverkehr von Klingenthal nach Sachsenberg-Georgenthal, wenn auch dieser Exot mit nur 23 Stück die kleinste Anzahl an Fotos aufweist. Dafür entschädigt der rückseitige Einband mit drei Farbaufnahmen, zwei davon zeigen die einzigartigen Reichenbacher Fairlie-Loks im Einsatz.

Fazit:
Auch das „Schmalspur-Album Sachsen Band XII“ überzeugt mit seiner hochwertigen Aufmachung und der Fülle an historischen Eisenbahn- und Streckenlandschaftsfotos voll. Nicht nur für Besitzer der bisherigen Bände kann eine Empfehlung für den Gabentisch ausgesprochen werden.
Armin-Peter Heinze


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