Rezensiert:

Videoproduktion Lutz Hirsch:

„Museumsbahn Schönheide“

VHS-Kassette, 97 Minuten, Kirchberg 1999, Preis 35,00 DM

Seit Ende 1999 haben Freunde von Eisenbahnfilmen die Gelegenheit, ihre heimische Videosammlung mit einer neuen Veröffentlichung über den wiederaufgebauten Abschnitt der Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau – Carlsfeld zu bereichern.

Unter dem kurzen und prägnanten Titel „Museumsbahn Schönheide“ erschien im Dezember 1999 ein reichlich eineinhalbstündiger Videofilm, welcher sich umfassend und unterhaltsam mit dem Entstehen der Museumsbahn Schönheide Mitte – Stützengrün in den Jahren 1991 bis 1999 befaßt. Sowohl für Kenner der Museumsbahnszene, die den Aufbau der Strecke stets interessiert beobachtet haben, als auch für den auf diesem Gebiet weniger Bewanderten stellt der Film eine Vielzahl interessanter Informationen und Eindrücke bereit. In chronologischer Reihenfolge werden die einzelnen Etappen der Vereinsgeschichte seit 1991 beleuchtet.

Angefangen mit den ersten Bemühungen um einen Wiederaufbau eines Teils der ehemaligen WCd-Linie über die Anlieferung der Lokomotiven 1992 bis zur Eröffnung der Abschnitte Schönheide – Neuheide (1993) und Neuheide – Stützengrün (1997) läßt der Film kein erwähnenswertes Kapitel der etwa zehnjährigen Museumsbahngeschichte unbeleuchtet. Auch die Aufarbeitung von Fahrzeugen – etwa des Wagenparks oder die 2000 abgeschlossene Hauptuntersuchung von 99 582 – läßt die Produktion nicht vermissen. Der Einsatz von Gastlokomotiven auf der Museumsbahn ist mit wunderschönen Aufnahmen belegt, ebenso der „Abstecher“ von 99 582 im Jahre 1998 nach Mügeln.

Das Werk zeichnet sich durch sehr abwechslungsreiche Kameraeinstellungen aus. Kameramann Lutz Hirsch beweist auf jeden Fall großes Geschick, das Motiv „Schmalspurbahn in schöner Mittelgebirgslandschaft“ ästhetisch in Szene zu setzen. In diesem Zusammenhang dürfen die sehr stimmungsvollen Winteraufnahmen nicht unerwähnt bleiben. Ebenfalls passend gewählt ist die Musikuntermalung. Wenn überhaupt ein Kritikpunkt an dem Video angebracht werden soll, dann in Hinsicht auf die Stimme des Sprechers, welche an manchen Stellen vielleicht etwas zu monoton wirkt. Doch dies schmälert den äußerst positiven Gesamteindruck des Films kaum.

Fazit:
Dem Freund sächsischer Schmalspurbahnen kann der Film uneingeschränkt zum Kauf empfohlen werden.

Holger Drosdeck

Zu beziehen ist das Video bei der:
Museumsbahn Schönheide e. V., Am Fuchsstein-Lokschuppen, 08304 Schönheide


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