Johannes Raddatz:

Eisenbahn in der Sächsischen Schweiz, Band 5

272 DIN-A4-Seiten mit Hartpappeinband und mehr als 600 teilweise farbige Abbildungen VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2013, ISBN 978-3-941712-24-9, Preis: 36,80 Euro

Schon im April 2013 erschien der fünfte und damit letzte Band der von Johannes Raddatz geschriebenen Bücherreihe. Der alleinige Autor und Gestalter der Bände widmet sich laut Unterzeilen auf dem Bucheinband darin dem viergleisigen Wiederaufbau des Abschnittes Pirna – Dresden Hbf, dem S-Bahn-Neubau Pirna – Dresden Flughafen/Cowig, der Umgestaltung der Dresdner Eisenbahnanlagen in den vergangenen Jahren, dem Einsatz neuer Triebfahrzeuge und Wagen sowie typischen Verkehrsmitteln und Sehenswürdigkeiten Dresdens. Zusätzlich hat Raddatz erneut zahlreiche nicht auf dem Titel angegebene Themen mit aufgenommen, so u. a. die Um- und Rückbauarbeiten in den Bahnhöfen Königstein, Bad Schandau und Schöna. Außerdem enthält das als Materialsammlung angelegte Buch auch etwa zwei Dutzend Seiten mit Abbildungen zur Schifffahrt auf der Elbe – klare Seitenangaben sind nur durch Nachzählen möglich, da das Inhaltsverzeichnis Makulatur ist.

Trotzdem zeugt auch der letzte Band von großem Sammlerfleiß und viel Heimatliebe. Da tiefgreifende Darstellungen bei fast allen Kapiteln fehlen, liegt die Stärke des Bandes in der Fülle an Illustrationen. Sind dabei die historischen Aufnahmen meist sehr attraktiv und ansehnlich, so haben die aktuellen Aufnahmen das Amateurstadium oft jedoch nicht überschritten. Trotzdem sind sie aber von hohem dokumentarischen Wert, geben sie doch für spätere Buchautoren und Generationen wertvolle Hinweise. Große Achtung und Anerkennung gebührt Johannes Raddatz erneut für seine Zeichnungen.

In die selten inhaltlich und stilistisch „runden“ Kapiteltexte sowie in die Bildunterschriften haben sich erneut zahlreiche Schusselfehler und Ungenauigkeiten eingeschlichen, die auf ein fehlendes bzw. nicht in allen Bereichen kompetentes Lektorat hindeuten. So liest man z.B. im Stil eines Kinderbuches von der „PRESS-Bahn“, verlegt Raddatz die Lößnitztalbahn (Hetzdorf – Eppendorf – Großwaltersdorf) nach Radebeul etc., etc.

Fazit:
Wer einmal mit der Reihe angefangen und damit seinen Frieden gefunden hat, der sollte auch auf Band 5 bitte nicht verzichten. Autor und Verlag haben einen gleichmäßigen Abverkauf aller Bände für den Mut zu dieser Veröffentlichung verdient! Auch im letzten Buch sind wieder sehr viele wertvolle Zeichnungen und Abbildungen zu finden. Wer hingegen gut recherchierte Texte zum Abschreiben sucht – Finger weg, am besten von der ganzen Reihe!
André Marks


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