Rezensiert:

Claus Schlegel

Eisenbahnunfälle in Sachsen

Ritzau KG - Verlag Zeit und Eisenbahn ,192 Seiten, 130 Schwarzweiß-Abbildungen sowie 9 Grafiken, ISBN 3-935-101-00-7, Preis: ca. 19,80 €

Ein äußerst interessantes Kapitel sächsischer Eisenbahngeschichte behandelt Claus Schlegel in seinem im Jahr 2002 erschienenen Buch „Eisenbahnunfälle in Sachsen“. Ebenso wie nebenstehend besprochenes Werk, nimmt er sich eines nicht allzu oft dargestellten Themas an. Zwar findet sich in nahezu jeder Streckenmonographie ein Kapitel über die Unfälle auf der jeweiligen Strecke. Doch in so kompakter Form wie in Schlegels Buch gibt es speziell über die sächsischen Bahnbetriebsunfälle nichts zu lesen.

Das Buch „Eisenbahnunfälle in Sachen“ beginnt mit einem Kapitel, in welchem die Entwicklung des Signal- und Sicherheitswesens in Sachsen von 1837 bis 1945 an sich vorgestellt wird. Aber auch die Stellung des Eisenbahnwesens innerhalb des allgemeinen gesellschaftlichen Lebens wird sehr gut verdeutlicht. Politische Einflüsse und Hintergründe bleiben ebenfalls nicht unberührt. Abgedruckte Originaldokumente spiegeln den Zeitgeist der jeweiligen Epochen wider. Allein schon die in diesem Buchabschnitt enthaltenen Informationen dürften für einen Großteil der Eisenbahnfreunde Neuland sein.

Das zweite Kapitel – und damit den Hauptteil des Buches – bildet ein Verzeichnis sämtlicher recherchierter Unfälle zwischen 1837 und 1945. Dabei ist für den Leser erschreckend, wie viele Unfälle doch jedes Jahr bei der Eisenbahn in dieser Zeit passierten. Interessantes und bislang meist unveröffentlichtes Bildmaterial säumt diesen Buchabschnitt. Im Anschluß daran folgt ein kurzer separater Bildteil und am Schluß des Werkes ein Ortsverzeichnis, welches es dem Interessierten ermöglicht, ein konkretes Vorkommnis nicht nur anhand des Datums, sondern auch anhand der Strecke bzw. des Unfallortes zu recherchieren.

Wie bereits dargestellt, ist das Buch sehr gut bebildert. Wie umfangreich Claus Schlegels Archiv ist, das läßt allein schon vorliegendes Buch sehr gut erkennen. Ein klein wenig besser hätte allerdings die Druckqualität der Fotos ausfallen können. Sie sind nicht besonders kontrastreich und wirken etwas grau. Vor dem Hintergrund, daß es sich bei dem Buch „Eisenbahnunfälle in Sachsen“ aber zumindest im Hauptteil eher um ein Nachschlagewerk als um „schöngeistige Literatur“ handelt, ist dies als weitaus weniger schwerwiegend zu beurteilen als bei einem Streckenporträt oder gar bei einem Bildband.

Fazit: Das Buch „Eisenbahnunfälle in Sachsen“ stellt für jedermann, der sich für sächsische Eisenbahngeschichte interessiert, eine äußerst interessante Ergänzung für die heimische Bibliothek dar. Das Werk ist mal etwas anderes, es kann uneingeschränkt zum Kauf empfohlen werden.
Holger Drosdeck


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