Rezensiert:

Rainer Fischer, Joachim Schulz

Fritz Hager - Fotoraritäten eines Dresdner Eisenbahners

EK-Verlag, 96 Seiten, 293 S/W-Fotos, ISBN 3-88255-290-5, Preis: 19,80 €

Demjenigen, der z. B. für einen „eisenbahnvernarrten“ Verwandten oder Bekannten noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei der neue Fritz-Hager-Bildband aus dem EK-Verlag sehr empfohlen. Viel zu selten geht es in der Eisenbahnliteratur um bestimmte Personen, die Großes geleistet haben. Fritz Hager gehört als „Urvater“ des sächsischen Museumsbahnwesens mit Sicherheit zu diesen Menschen, und dementsprechend positiv ist es, daß es nunmehr ein Werk in Form eines Buches gibt, welches seine Verdienste ausführlich würdigt.

Was hat der Käufer bzw. Leser des Titels davon? Auf jeden Fall einen interessanten, aber nicht allzu langen Text über das Schaffen von Fritz Hager, der z. B. interessante Einblicke in die Anfänge der Erhaltung sächsischer Schmalspurfahrzeuge in den sechziger Jahren gewährt, ebenso aber die Art und Weise beschreibt, wie manche damaligen Zeitgenossen - wie etwa auch Günter Meyer - ihr Eisenbahnhobby auslebten, als dieses noch kein etabliertes und allgemein bekanntes Interessengebiet war, sondern die Sache von „Außenseitern“.

In der Hauptsache überzeugt das Buch aber natürlich durch die fast 300 äußerst interessanten Fotos aus dem Zeitraum von 1935 bis 1972, die verschiedene Themengebiete abdecken. Aus der Zeit der DRG/DRB-Epoche bis 1945 enthält das Buch interessante Fotografien aus Österreich, als auch hier die Fahrzeuge mit Reichsbahnnummern eingesetzt worden sind.

Die sehr wertvollen Fotos sächsischer Eisenbahnlinien (vor allem schmalspurige!) erfreuen das Auge nicht minder, ebenfalls die Aufnahmen von Schmalspurbahnen aus anderen Regionen der ehemaligen DDR, z. B. von der MPSB, der RüKB (mit 99 4511'' in Altenkirchen!), vom Pollo (mit 99 4712!) und von der Strecke Pasewalk Ost - Klockow.

Fazit:
Das Buch kann uneingeschränkt zum Kauf empfohlen werden. Text, Fotoauswahl sowie Druck- und Verarbeitungsqualität lassen keine Wünsche offen.

Holger Drosdeck


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