Rezensiert:

Wolfgang Bahnert

Episoden zwischen Diesel und Dampf – Geschichten aus dem Eisenbahneralltag zur Reichsbahnzeit

Bildverlag Thomas Böttger, 111 Seiten, 22 Farbabbildungen, 39 SW-Fotos sowie 9 Grafiken, ISBN 3-937496-10-6, Preis: 15,80 €

Bei der Deutschen Reichsbahn der sechziger bis achtziger Jahre wurde entweder hart gearbeitet oder aber es wurden allerlei Späße und Geblödel getrieben. Diesen Eindruck kann der Leser bekommen, der im neuesten Buch im A5-Format aus dem Hause Böttger liest. In diesem Werk beschreibt Autor Wolfgang Bahnert seine Erinnerungen an verschiedenste Ereignisse, die er während seiner Dienstjahre bei der DR erlebt hat. Wie bereits angedeutet, handelt es sich dabei um ernsthafte Dinge, wie das Zurechtkommen mit strengen Winterverhältnissen, die den Dienst der Eisenbahner erschwerten, als auch um heitere Begebenheiten, wie etwa Scherze, die die Eisenbahner damals untereinander trieben.

Beides liest sich dabei überaus interessant, die Späße zudem auch amüsant. Ob es sich dabei um „Flötentöne“ (ein zur Klangverbesserung der Auspuffschläge verändertes Blasrohr bei einer Lok der BR 65.10) oder aber um einen angeblich von einer Zoohandlung bestellten Kesselwagen voller Wasserflöhe handelt – an vielen Stellen des Buches bleibt kein Auge vor Lachen trocken. Dem Autor ist das Schreiben eines lockeren und interessanten Geschichten- und Episoden-Buches also sehr gut gelungen. Mit diesem Werk hat der Bildverlag Thomas Böttger einen Titel herausgebracht, dessen Kauf sich auf jeden Fall lohnt. Bebildert wird das Buch mit insgesamt 70 meist sehr interessanten Abbildungen, so daß auch fürs Auge etwas dabei ist.

Fazit:
Mit „Episoden zwischen Diesel und Dampf“ liegt ein unterhaltsames Buch vor, das zum Kauf auf jeden Fall empfohlen wird.

Holger Drosdeck


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