Rezensiert:

Peter Wunderwald, Reiner Scheffler

Die Bahnlinie Riesa - Nossen

Wilsdruffer Bahnbücher, 224 Seiten, 111 Farb- und 115 SW-Fotos sowie 144 Grafiken, Preis: 35,- Euro

Im Dezember 2004 erschien der neueste Titel in der Reihe der Wilsdruffer Bahnbücher. Erstmals beschäftigt sich ein Buch aus dieser Publikationsreihe nicht mit einer Schmalspurbahn. Vielmehr widmet sich das neue Streckenporträt der 1998 im Reiseverkehr eingestellten regelspurigen Nebenstrecke Riesa - Nossen. Beim Beschreiben der Geschichte dieser Eisenbahnverbindung übertreffen sich die Autoren Peter Wunderwald und Reiner Scheffler wieder einmal selbst. Das Buch glänzt mit einem fast unbeschreiblichen Detailgrad, was die Aufarbeitung der Streckengeschichte angeht.

Aber nicht ausschließlich die Linie Riesa - Nossen, sondern auch angrenzende Themen werden in dem Buch behandelt. Dies betrifft zum Teil lokalpolitische Ereignisse wie z. B. den genauen Ablauf der letzten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges im Raum Lommatzsch. Aber auch die von der Strecke Riesa - Nossen einst abzweigende Schmalspurbahnen Lommatzsch - Meißen-Triebischtal und Lommatzsch - Döbeln finden im neuen Riesa-Nossen-Buch nochmalige Erwähnung, obwohl zu diesen Strecken 1997 bereits Bücher in der Reihe der Wilsdruffer Bahnbücher erschienen sind. Dadurch kann das Werk sogar hauptsächlich schmalspurbahninteressierten Lesern empfohlen werden. Daß den Schmalspurbahnen in dem Buch nochmals einige Seiten gewidmet werden, dürfte vordergründig damit zusammen hängen, daß Peter Wunderwald von diesen Strecken nochmals neue, bisher unbekannte und sehr schöne Farbaufnahmen ausfindig gemacht hat, die der Öffentlichkeit nicht vorenthalten bleiben sollten. Und in der Tat runden diese Fotos der Schmalspurbahn die Bebilderung des Buches sehr gut ab. Mit hervorragenden Fotos wartet aber nicht nur der schmalspurige Teil des Buches auf, sondern auch das Hauptthema, die Regelspurstrecke Riesa - Nossen, ist mit qualitativ hochwertigen Fotos aus allen Epochen bebildert.

Dem Rezensenten fielen besonders positiv die verhältnismäßig vielen Aufnahmen aus Zeiten der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen und der DRG/DRB auf. Außerdem enthält das Buch durchweg sehr schöne Farbfotografien aus den frühen sechziger Jahren bis heute. Rundum sind dem Rezensenten also kaum Mängel an dem Buch aufgefallen.

Fazit: Mit dem Buch „Die Bahnlinie Riesa - Nossen“ schließt sich abermals eine Lücke in der Aufarbeitung sächsischer Eisenbahngeschichte - auf qualitativ hohem Niveau. Das Buch kann jedem Freund sächsischer Eisenbahnen uneingeschränkt empfohlen werden. Es besitzt keine ISBN-Nummer und ist daher nicht im regulären Buchhandel erhältlich. Bezugsquelle für den Titel ist daher (fast) ausschließlich die IG Verkehrsgeschichte e. V., Postfach 31, 01723 Wilsdruff.

Holger Drosdeck


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