Rezensiert:

Ludger Kenning

Die Bottwartal- und die Zabergäubahn

Verlag Kenning, 191 Seiten, 49 Farb- und 299 SW-Fotos sowie 69 Grafiken, A4-Format, ISBN 3-933613-47-7, Preis: 34,80 €

Auch zum Thema Württembergische Schmalspurgeschichte erschien vor einigen Monaten ein sehr wertvolles Buch. Gemeint ist damit der Titel „Die Bottwartal- und die Zabergäubahn“ aus dem Hause Kenning. Ebenso wie Wunderwalds neue Wilsdruff-Broschüre strotzt Kennings Buch mit Fotografien von ehemals sächsischen VI K-Maschinen, was das Thema auch für den an sächsische Verhältnisse gewohnten Schmalspurfreund nicht „fremd“ erscheinen läßt. Erstmals ist mit Kennings Titel eine ausführliche Streckenmonographie zu den früheren Schmalspurbahnen Marbach/Neckar - Heilbronn Süd sowie Lauffen/Neckar - Leonbronn verfügbar. Der „Lebenslauf“ beider Strecken liest sich absolut typisch für Schmalspurbahnen, beginnend mit dem Kampf der Anliegergemeinden um einen Bahnanschluß bis hin zur Stillegung bzw. bis zur teilweisen Umspurung auf Regelspur in den sechziger Jahren.

Das Leseresultat des Rezensenten: Württembergische Schmalspurgeschichte ist gegenüber sächsischer nicht minder interessant, zumal es geschichtlich und technisch sehr viele Parallelen gibt. Ludger Kenning versteht es dabei ausgezeichnet, alle zu einem Streckenporträt gehörenden Punkte wiederzugeben. Wenn auch ein Buch über eine Eisenbahnstrecke niemals den Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, so doch aber den Anspruch auf Vollwertigkeit, und eben diesem Aspekt wird Kennings Titel auf jeden Fall gerecht. Dazu tragen letztlich nicht minder die sehr vielen hervorragenden Fotos bei. Insbesondere die zahlreichen Farbaufnahmen aus den sechziger Jahren lassen das Herz des fotoorientierten Lesers höher schlagen, aber ebenso die fast 300 Schwarzweißaufnahmen.

Fazit: Das Buch verdient eine sehr gute Bewertung und kann jedem interessierten Leser zum Kauf empfohlen werden. Bleibt zu wünschen, daß gleichwertige Bücher auch noch über die anderen früheren württembergischen Schmalspurbahnen erscheinen.

Holger Drosdeck


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