Rezensiert:

Wilfried Rettig

Die Elstertalbahn - Die Geschichte der Eisenbahn zwischen Gera, Greiz, Plauen und Weischlitz

EK-Verlag GmbH, Freiburg 2006, 160 A4-Seiten, 86 farbige Abbildungen, 132 S/W-Fotos sowie 49 Grafiken, gebunden, ISBN 3-88255-588-2, Preis: 35,00 €

Die Eisenbahnstrecke Gera – Greiz – Plauen unt Bf – Weischlitz wurde im Jahre 1875 in drei Abschnitten erbaut und eröffnet. Sie kann also heute auf über 130 Jahre Betriebsdienst verweisen. Der Autor des neuen Buches zur Elstertalbahn hat in der Vergangenheit durch andere Publikationen bewiesen, daß er über viel fachliches und geschichtliches Wissen über die jeweils beschriebenen Eisenbahnstrecken verfügt. Auch sein neuestes Werk zur GWz-Linie hebt sich sehr positiv von den bisher erschienenen Veröffentlichungen anderer Autoren über die Bahnlinie Gera – Weischlitz im Tal der Weißen Elster ab.

Die Gliederung ist übersichtlich und die Wertigkeit der einzelnen Abhandlungen ist ebenfalls in der notwendigen Ausführlichkeit im Gesamtrahmen der Thematik gut aufeinander abgestimmt. Einzelne Themenkomplexe wie zum Beispiel die ehemals geplanten, aber nie verwirklichten Projekte in Verbindung mit der GWz-Linie sowie die Abhandlung bestimmter Anschlußbahnen, wie „Schwalbe V“ und Bahnhof Berga, sind nach Kenntnis des Rezensenten in dieser Ausführlichkeit noch nie in einem zusammenfassenden Buch beschrieben worden. Somit wird dem Leser ein umfassender Überblick über viele interessante Details einer Eisenbahnstrecke geboten, die auch mit zu den landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Mitteldeutschlands gehört.

Der geschichtlich interessierte Leser mag vielleicht eine Aussage dazu vermissen, daß ursprünglich die Verbindung Leipzig – Hof zum Teil durch das Elstertal – also teilweise in etwa der Streckenführung der Elstertalbahn entsprechend – geplant, aber später durch rein sächsisches Gebiet über die beiden größten Ziegelbrücken der Erde realisiert wurde. Hierzu gab es mehrere sehr interessante Projekte, deren Erwähnung die Rezensenten vermissen. Dieses Thema hätte sehr gut in das Kapitel 3.1 eingearbeitet werden können. Diese kleine Makel wirkt sich jedoch keinesfalls negativ auf den restlichen Inhalt des Buches aus.

Fazit:
Es ist sehr zu begrüßen, daß der einstmals sehr bedeutenden Nord-Süd-Eisenbahnverbindung Gera – Weischlitz eine Monographie gewidmet wurde, welche nicht nur durch den Text überzeugt, sondern auch mit guten historischen und zeitbezogenen Bildern ausgestattet ist, im übrigen in einer äußerst zufriedenstellenden Wiedergabequalität. Das Buch überzeugt dadurch insgesamt durch seine gute Gesamtgestaltung. Der Kauf dieses anspruchsvollen Werkes ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Wieland Kellner, Holger Drosdeck


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