Rezensiert:

Verlag Barteld

Mit der Erzgebirgsbahn unterwegs

Barteld Redaktion & Verlag Berga 2008, 144 Seiten, 16 x 23 cm, mit 286 Farbbildern, ISBN: 978-3-935961-10-3, Preis: 17,90 Euro

Der handliche Bildband aus dem Barteld-Verlag führt über die fünf Strecken der Erzgebirgsbahn und zeigt den Wandel dieses interessanten Regionalnetzes, welches vor einem Jahrzehnt fast vor dem Aus stand. Anfang 2002 wurde das Regionalnetz aus dem Konzern DB AG ausgegliedert und fungiert seitdem als Tochterunternehmen der DB AG. Anhand des Textes und der vielen Bilder wird anschaulich der Wandel zu einem modernen Nahverkehrsbetrieb gezeigt. Auch in der jetzigen Zeit gibt es die Möglichkeit, Güterverkehr auf einem Nebenbahnnetz zu betreiben, was durch die hier abgebildeten Züge und ihre Lokomotiven dargestellt wird.

Am Anfang des Bildbandes befinden sich eine übersichtliche Streckenkarte und eine kurze Zeittafel. Danach werden die einzelnen Strecken vorgestellt. Der interessante Verkehr über die beiden Grenzübergänge nach Böhmen in Johanngeorgenstadt/Potucky (Breitenbach) und Bärenstein/Vejprty (Weipert) findet ebenso Beachtung wie die spektakulären Schneepflugeinsätze auf dem Erzgebirgskamm und die durch die Modernisierung bedingten Bauzugeinsätze. Die beliebten Sonderzugfahrten auf dem gesamten Streckennetz kommen nicht zu kurz und geben mit ihren abwechslungsreichen Zuggarnituren und häufigen Dampflokbespannung eine gute Abwechslung zu den roten Dieseltriebwagen der Erzgebirgsbahn.

Die Drahtseilbahn zur Augustusburg, welche mit zur Erzgebirgsbahn gehört, wird ebenfalls gezeigt. Für die Statistiker befindet sich am Schluß des Buches eine kleine Liste über die Triebwagen der Erzgebirgsbahn. Das Buch soll dem Reisenden als Wegweiser auf den Schienen der Region zwischen Chemnitz/Flöha und Olbernhau/Marienberg bzw. Cranzahl mit Übergang zur Fichtelberg-(schmalspur-)bahn sowie von Zwickau nach Aue Johanngeorgenstadt dienen. Ein Großteil der erstklassigen Aufnahmen stammt von fotografisch engagierten Eisenbahnern, die ihr wieder belebtes Regionalnetz eindrucksvoll porträtieren.

Fazit:
Die Vielfältigkeit des modernen Eisenbahnalltags im Westerzgebirge wird im besprochenen Bildband gut dargestellt. Die vielen Aufnahmen bringen dies dem Leser überzeugend nahe. Dem Rezensenten wären jedoch mehr formatfüllende Aufnahmen lieber gewesen. Positiv ist der Festeinband des Buches. Der Bildband ist für Urlauber und Eisenbahnfreunde gleichfalls ein guter Begleiter bei ihren Streifzügen durch das Westerzgebirge.

Tom Bornstein


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