Schmalspur- und Museumsbahnen aktuell

Museumsbahn Schönheide e.V.

Die Hauptuntersuchung der vereinseigenen Dampflokomotive 99 516 schreitet in der RVE-Werkstatt in Marienberg voran. Die dort Beschäftigten hatten den entkleideten Kessel im Oktober zunächst sandgestrahlt. Am Stehkessel wechselten sie verschiedene Stehbolzen und in der Rauchkammerrohrwand die Waschluke. Danach erfolgte am 10. November 2016 die Wasserdruckprobe. Eine Woche später legte ein Sachverständiger die notwendigen Arbeiten am Fahrwerk fest.

An der Instandsetzung der Drehgestelle ist die Lokomotivwerkstatt Oberwiesenthal der SDG beteiligt. Das betrifft das Bearbeiten der Radsätze, Kolben und Zylinder ebenso wie das Erneuern der Gleitlagerschalen. Die Ultraschallprüfung von Radsatzwellen, Treib- und Kuppelzapfen erfolgte im Januar. Bereits im Herbst begann der Neubau des Aschkastens, der Rauchkammer und der Rauchkammertür. Bis auf letztere sind diese Teile inzwischen fertiggestellt, die neue Rauchkammer ist seit November mit dem Langkessel verbunden.

Im Dezember 2016 arbeiteten die Beschäftigten in Marienberg außerdem verschiedene Großteile aus Blech sowie diverser Rohrleitungen und Bremsteile auf. Die zur Finanzierung des Eigenmittelanteils der Hauptuntersuchung (HU) dieser IV K im vorigen Jahr gestartete Spendenaktion „Alles auf Anfang“ lief gut an. Von den benötigten 51 600 Euro waren bis Anfang Februar bereits knapp 24 000 Euro eingegangen.

Ziel ist es, dass die auf dem Papier älteste noch vorhandene sächsische IV K zum Ende dieses Jahres wieder betriebsfähig ist. Die 1963 zugunsten der heute vorhandenen Neubau- 99 516 verschrottete Altbau-IV K war vor 125 Jahren von den K.Sächs.Sts.E.B. Anfang 1892 in Dienst gestellt worden. Da in den 1960er Jahren für die Deutsche Reichsbahn offiziell keine Dampfloks mehr neu gebaut werden durften, hatte das Raw Görlitz den Ersatz der verschlissenen Originallokomotiven 1963 als „Großteilerneuerung“ getarnt. Die mit neu gefertigten Rahmen, Kesseln, Drehgestellen samt Zylindern sowie mit neuen Wasserkästen und Führerhäusern versehenen Schmalspurdampfloks erhielten deshalb die Identität der zerlegten Originalmaschinen – ihr Betriebsbuch (und diverse Kleinteile wie das Läutewerk, den Körtingsauger sowie die Nummernschilder). Zumindest das Läutewerk der heutigen 99 516 ist dadurch tatsächlich vor 125 Jahren mit der IV K Nr. 108 in Betrieb genommen worden.

Auch bei fast allen anderen bis heute betriebsfähigen Lokomotiven dieser Bauart ist der Anteil an Originalteilen aus der Lieferzeit der sächsischen Gattung IV K (1892bis 1921) nicht höher. Die Ausnahme stellt die Zittauer IV K Nr. 145 (99 555) dar, die noch über ihren genieteten Originalrahmen und über genietete Originaldrehgestelle verfügt. Informationen zur Spendenaktion der Museumsbahn Schönheide e. V. gibt es unter anderem auf den Webseiten des Vereins.

An der Schönheider Dampflokomotive 99 582 begannen im Januar reguläre Instandhaltungsarbeiten. Dazu wurden die Waschluken geöffnet und der Dampfregler ausgebaut. Sobald die Temperaturen wieder stabil im Plusbereich liegen, wird der Kessel ausgewaschen. In der Zwischenzeit werden die Eintragungen im Mängelbuch abgearbeitet und verschiedene Undichtheiten beseitigt. Außerdem müssen Bremsteile instandgesetzt und der Kolbenhub der Bremse korrigiert werden.

Das im PK 151 für August 2016 angekündigte Aufachsen des vierachsigen Gepäckwagens 974-320 fand am 19. Oktober statt. Zuvor war nicht nur dessen Bremsanlage, sondern auch eine der Schiebetüren zu den Perrons instandgesetzt worden. Nach der Rollprobe des Wagens wurden auf dem Untersuchungskanal die Bremszugstangen und die Sicherungskeile der Drehzapfen eingebaut. Nach dem Einstellen der Bremse fand die Bremsabschlussprüfung statt. Diese bestätigte: Sowohl die Hand- als auch die Saugluftbremse des Gepäckwagens sind wieder funktionstüchtig. Der Vierachser wird in diesem Jahr nun wieder auf der Museumsbahn zum Einsatz kommen.

Nachdem der KD4 wieder auf seinen Drehgestellen stand, hob der anwesende Kran im Oktober den Kasten des Traglastenwagens 970-571 (Leihgabe des Interessenverbandes der Zittauer Schmalspurbahnen e. V.) auf den zuvor von 974-320 genutzten Schwellenstapel neben der Weiche 1. Eine erste Befundung für die im Rahmen seiner Hauptuntersuchung auszuführenden Arbeiten fand bereits statt. Danach bauten die Vereinsmitglieder noch im Oktober seine Bremsteile ab und begannen mit deren Aufarbeitung. Im November demontierten sie die Drehgestelle in ihre Einzelteile. Während ein Sachverständiger inzwischen die Luftbehälter geprüft hat, befinden sich der Gestängesteller und das Steuerventil des druckluftgebremsten Wagens noch in Fulda und werden dort aufgearbeitet. Im Rahmen seiner Hauptuntersuchung erhält 970-571 übrigens Fensterscheiben aus Sicherheitsglas.

Die nächsten Fahrtage der Museumsbahn Schönheide  nden am 18. und 19. März statt. Im Rahmen der Teddybär-Fahrten haben an diesen beiden Tagen alle Kinder freie Fahrt, wenn sie ihren Teddy und einen Erwachsenen mit gültiger Fahrkarte mitbringen. Zu den Osterfahrten vom 14. bis 17. April steht die Lok 99 582 an vier aufeinanderfolgenden Tagen unter Dampf. Es folgt das Bahnhofsfest am 13. und 14. Mai mit einem Sonderfahrplan.
Michael Kapplick/AM

Museum Rittersgrün e. V.

Seit Anfang Januar hat der Winter auch den Ortsteil Rittersgrün der Gemeinde Breitenbrunn fest im Griff. Aufgrund des vielen Schnees können die Vereinsmitglieder nach dem Schneeräumen nur Instandhaltungen an der Technik in den Gebäuden ausführen. Gleichwohl bietet das Jahr 2017 für viele Aktivitäten des Vereins denkwürdige Jubiläen: Vor 45 Jahren, am 15. Januar 1972, fuhr der letzte Zug auf der bereits stillgelegten Strecke Grünstädtel – Oberrittersgrün. Es war eine Reise ohne Rückfahrt – denn der Zug brachte den Grundstock der heutigen Fahrzeugsammlung zum Endpunkt der GR-Linie. Sowohl die Dampflok 99579 als auch die acht mitgeführten Güter- und Reisezugwagen befinden sich bis heute in Rittersgrün.

Ebenfalls vor 45 Jahren, am 26. Februar 1972, trafen sich Heimat- und Eisenbahnfreunde aus Rittersgrün im „Holzklasse-Personenwagen“ 970-328. Diese erste Absprache sorgte für das weitere Vorgehen zum Erhalt der von der Reichsbahn der Gemeinde überlassenen Fahrzeuge und des Lokschuppens. Seitdem sind Heimat- und Eisenbahnfreunde ununterbrochen in Rittersgrün aktiv – zunächst als Arbeitsgemeinschaft im damaligen Deutschen Modelleisenbahn-Verband der DDR (DMV), nach 1990 als rechtsfähiger Förderverein für die Einrichtung und seit 2003 als Betreiberverein des Schmalspurbahn-Museums.

Drei Vorsitzende standen der Gruppe in diesen Jahren vor: Martin Bias (bis 1992 sowie 1994 bis 2002), Stephan Horn (2002 bis 2013) und Bernd Kramer (1992 bis 1994 und seit 2013).

Vor 40 Jahren, am 18. Juni 1977, begann 14 Uhr die Eröffnungsfeier des Schmalspurbahn- Museums. Damals wurde die Einrichtung als Kleinbahnmuseum bezeichnet. Dass es Kleinbahnen im juristischen Sinne in Sachsen niemals gegeben hatte, darauf legte man seinerzeit keinen allzu großen Wert. Die Museumsgründer verwendeten daher den Begriff „Kleinbahn“ als umgangssprachliches Synonym für Schmalspurbahn. Ende der 1970er Jahre war das Museum jeweils nur im Sommerhalbjahr geöffnet, seit den 1980er Jahren steht es Besuchern ganzjährig zur Verfügung.

Im aktuellen Souvenirangebot des Vereins befindet sich übrigens weiterhin die DVD „Grünstädtel – Oberrittersgrün“. Dieser 75-minütige Film von Udo Neubert mit Erinnerungen an die 1970 eingestellte Schmalspurbahn enthält zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen sowie bislang unbekannte Amateuraufnahmen mit einer professionellen Nachvertonung. Die DVD ist im Museum für 18 Euro erhältlich und kann per E-Mail an museum-oberrittersgruen@t-online.de oder unter der Telefonnummer 03 77 57/74 40 von Dienstag bis Sonntag auch per Versand für 20 Euro bestellt werden.
Bernd Kramer

Freunde des Eisenbahnwesens – Verkehrsmuseum Dresden e. V.

Die älteste noch bestehende Vereinigung von Freunden des Schienenverkehrs in Sachsen lädt auch im ersten Halbjahr 2017 wieder zu verschiedenen öffentlichen Vorträgen und Veranstaltungen ein. Nachdem sich am 17. Januar bereits die Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte e. V. (ISEG) vorgestellt hat, richtet sich der Vortrag „Eisenbahnen in Nordamerika“ am Dienstag, dem 21. März, in der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW), Raum Z336, wiederum speziell an Eisenbahnfreunde. Nach einer Einführung in das nordamerikanische Eisenbahnwesen stellt Andreas Jäckel die Giganten der Schiene von einst und heute vor. Beginn ist 18.30 Uhr.

Vom 7. bis 9. April unterstützen die Mitglieder des Vereins das Verkehrsmuseum beim 9. Dresdner Dampfloktreffen als Erklärer der Exponate. Das diesjährige Fest steht unter dem Motto „Personenverkehr im Wandel der Zeit“. Neben dem Depot des Verkehrsmuseums hat an diesen Tagen natürlich auch der von den Mitgliedern der IG Bw Dresden-Altstadt e. V. betreute Lokschuppen 1 an der Nossener Brücke geöffnet.

Zu ihrem nächsten Vortrag laden die Freunde des Eisenbahnwesens – Verkehrsmuseum Dresden e. V. am 18. April wieder 18.30 Uhr in die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW), Raum Z336, ein. Dann berichtet Andreas Schatz von seiner Reise durch Südamerika bis hin zur Eisenbahn am südlichsten Ende der Welt. Als Zugabe stellt er die vielleicht letzte große dampfbetriebene Schmalspurstrecke der Welt vor. Es handelt sich dabei um die etwa 400 km lange Strecke des Patagonien-Expresses. Die Teilnahme an diesem Vortrag ist wie gewohnt kostenfrei.

Im Rahmen der 10. „Bahnerlebnistage in der Sächsischen Schweiz“ unterstützt der Dresdner Verein am 22. und 23. April die Kirnitzschtalbahn. Wenn an diesem Wochenende neun Bahnattraktionen der Sächsischen Schweiz zum Entdecken einladen, lassen sich Vereinsmitglieder am 22. April im Straßenbahndepot der Kirnitzschtalbahn bei den Frühjahrsrevisionen der historischen Fahrzeuge „über die Schulter“ schauen. Außerdem findet an diesem Tag eine Fahrt wie 1980 im Linienverkehr statt. Am 1. Mai schließlich arbeiten Vereinsmitglieder beim Traditionsverkehr auf der Kirnitzschtalbahn als Fahrer und Schaffner.
PM/AM

Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen e. V.

Die frostigen Wintermonate werden in Bertsdorf seit je her für Arbeiten in der beheizten Werkstatt genutzt. So entstanden unter anderem die neuen Dachlüfter in Cognacschwenkerform für die Personenwagen 970-454 und 970-403 sowie für den vierachsigen Gepäckwagen 974-112. Außerdem arbeiten Mitglieder des Interessenverbandes der Zittauer Schmalspurbahnen e. V. Teile für den zweiachsigen Postwagen 1717 und für die Diesellok T36.002 des befreundeten tschechischen Vereins aus Friedland auf bzw. fertigten fehlende Teile neu an.

Am vereinseigenen Gepäckwagen 974-112 schloss die SOEG die Hauptuntersuchung in ihrer Wagenwerkstatt im Januar 2017 ab, so dass der langfristig an die SOEG verliehene Vierachser zu den ersten Fahrten des Sachsenzuges im Mai wieder zur Verfügung steht.

Ein für die weitere Sanierung des Empfangsgebäudes in Bertsdorf gestellter Fördermittelantrag beschied die Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft positiv. Somit können ab Frühjahr die Bauarbeiten beginnen und wie geplant die Fenster im Obergeschoss erneuert werden. Dies wertet die dort befindliche Ferienwohnung weiter auf.

Für den 1. April sind Sonderfahrten mit der Diesellok Köf 6001II zwischen Jonsdorf und Zittau Süd geplant. Näheres wird demnächst auf der Webseite des Vereins veröffentlicht.
Torsten Bartsch

Förderverein „Wilder Robert“ e. V.

Der vierachsige offene Güterwagen 97-23-16 wurde im November 2016 lauffähig aufgearbeitet. Dazu bekam der 1913 in Werdau gebaute Wagen der Gattung OOw unter anderem zuvor bereits aufgearbeitete Tauschdrehgestelle. Der bis zur Stilllegung der Preßnitztalbahn in Wolkenstein beheimatete Vierachser war 1988 in der Werkabteilung Perleberg des Raw Wittenberge mit Seitenwänden aus Blech versehen und anschließend nach Mügeln verfügt worden. Er ist seitdem für den Einsatz in Bauzügen besonders gut geeignet.

Der heberleingebremste vierachsige offene Güterwagen 97-28-30 (Gattung OO) befindet sich seit September 2015 beim Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden e. V. (SUFW) in Dresden. Dort wurde der 1913 in Bautzen gebaute Wagenkasten in den vergangenen 1,5 Jahren entrostet, grundiert sowie vervollständigt. Der Rahmen ist bis auf die Endlackierung inzwischen aufgearbeitet. Ein Termin für die Fertigstellung steht noch nicht fest.
Peter Heinich

Mansfelder Bergwerksbahn e. V.

Für den 2. Dezember 2016 hatte der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e.V. daran interessierte Kinder zum Wecken des Nikolauses eingeladen. Nachdem das im Lokschuppen in Hettstedt Kupferkammerhütte gelungen war, fanden am 3. und 4. Dezember die Nikolausfahrten auf der Schmalspurbahn im Mansfelder Land statt. Es verkehrten mehrere aus Lok 20 und sechs Reisezugwagen gebildete Zugpaare, in denen 1600 große und vor allem kleine Fahrgäste mitreisten. Damit schloss der Verein die Saison 2016 erfolgreich ab.

Der erste öffentliche Fahrbetrieb 2017 fand am 4. Februar mit den traditionellen Winte- rund Faschingsdampffahrten statt. Die nächsten regulären Einsätze der Schlepptenderdampflok 20 stehen am 8. April und am 25. Mai jeweils als Info-Fahrten sowie zu Ostern (15. April) an.

Zusätzlich zu diesen traditionellen Fahrten sind erstmalig im Programm: am 11. März eine Frauentagsfahrt mit Jost Naumann als Bachelor und Rosenkavalier. Er bietet wortreiche und auch zweideutige Komik, humorige Geschichten und Anekdötchen für alle interessierten Damen. Die zweite Sonderfahrtneuheit ist die Kupperwormjagd – eine feuchtfröhliche Mitmachgaudi für Erwachsene, ebenfalls am 11. März. Über die Besonderheit der Mansfelder Kupperwörmer informiert der Verein im Internet – und vor Ort während der Fahrt.

Anlässlich des Tages der Industriekultur wird es am 23. April zwischen dem Zirkelschacht und der Station Bocksthal Postkutschenfahrten und andere Attraktionen mit „natürlichen PS“ geben. Die Museumsbahn wird an diesem Tag ebenfalls zum Entschleunigen beitragen. Als Leihfahrzeug wird der offene Aussichtswagen 970-604 vom Pollo erwartet. Am 30. April lädt der Verein zum Kirschblütenfest an der Kirschbaumallee. Zubringerzüge aus Benndorf und Hettstedt bringen die Fahrgäste zum Kirschblütenfest am Zirkelschacht. Abends verkehrt der traditionelle Walpurgiszug.
Für diese Züge ab 11. März gilt jeweils ein Sonderfahrplan, außerdem sind Reservierungen erwünscht. Weitere Informationen gibt der Bergwerksbahnverein per E-Mail unter der Adresse mansfelder@bergwerksbahn.de und per Telefon von Montag bis Freitag von 7 bis 14 Uhr unter der Nummer 03 47 72/27 640.
PM/AM

Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e. V. (Pollo-Verein)

Die Saison 2016 beendete der Pollo-Verein am 10./11. Dezember mit der Nikolausfahrt. Knapp 600 Fahrgäste nutzten den Zug, um nach „Sankt Nikolaus“ zu fahren, wie der Bahnhof Brünkendorf an diesem Wochenende hieß. Der Nikolaus fuhr an beiden Tagen im Zug mit und verteilte Geschenke an Kinder. Insgesamt gab es im Kalenderjahr 2016 beimPollo 56 Fahrtage, dabei beförderte der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e. V. in den Zügen 6546 Fahrgäste.

Mitte Dezember kam die Sanierung des Kleinbahnmuseums in Lindenberg mit einem Neuanstrich des großen Ausstellungsraumes zum Abschluss. Dank einer Förderung aus Lottomittel waren zuvor bereits das Dach neu gedeckt, eine neue Außentür eingebaut und eine Heizung installiert worden. Seitdem lagern die Exponate und das Archiv frostfrei und trocken.

Die Spendenaktion „Von Mast zu Mast nach Lindenberg“ ist seit Ende 2016 beendet. In den vergangenen drei Jahren kamen dabei 7485 Euro zusammen. Damit war es möglich, das Material zum Komplettieren der Fernsprechleitung zu beschaffen. Seit Mitte 2016 stehen alle Telegraphenmasten zwischen Lindenberg und Mesendorf, nun gilt es in den nächsten Monaten, die Leitungen von Mesendorf beginnend Stück für Stück bis nach Lindenberg zu ziehen. In Vorbereitung darauf wurden entlang der Strecke mehrere ins Profil ragende Bäume gefällt.

Der zweiachsige Gepäckwagen 975-303 steht seit 21. Dezember wieder auf eigenen Radsätzen. Sobald es die Witterung erlaubt, werden die Seitenbretter montiert und wird der Wagen lackiert.

Den Rahmen des kombinierten Post-/ Gepäckwagens 976-101 hoben die Vereinsmitglieder im alten Jahr in Lindenberg auf Behelfsdrehgestelle. Damit überführten sie ihn auf der Schiene nach Mesendorf. Die beiden einst auf der Insel Rügen behelfsmäßig für den Personenwagen 970-812 gebauten Drehgestelle bleiben zum Verschub des Wagens 976-101 in Nutzung, bis dessen Neubaudrehgestelle fertiggestellt sind. Zur Finanzierung deren Baus läuft seit Anfang Januar 2017 eine neue Spendenaktion. Ende Januar waren bereits 1467 Euro der benötigten 30 000 Euro eingegangen.

Mitte Januar führten Mitglieder des Pollo-Vereins in Mesendorf am Rahmen des Post-/Gepäckwagens verschiedene Arbeiten aus. So begannen sie mit der Montage der Wagenkastenstützen und Trittbretthalter, demnächst beginnt der Einbau der Bremsanlage. Anfang Februar nahm der Verein den im sächsischen Zwönitz neu gebauten Wagenkasten in der Tischlerei Hübner als Auftragnehmer ab. Seine Überführung nach Mesendorf sowie das Aufsetzen auf den Rahmen sind für das zweite Quartal 2017 geplant.

Der Neubau der Schiebetüren für den zweiachsigen Stückgutwagen 97-51-76 kam noch 2016 zum Abschluss. Sobald es die Witterung zulässt, bekommt der Wagen seinen letzten Anstrich sowie eine neue Beschriftung.

Aktuell führt der Pollo-Verein an allen Reisezugwagen sowie an den Dieselloks die jährlichen Fristuntersuchungen durch. In der Werkstatt werden aber auch mehrere Kanonenöfen sowie für verschiedene Eisenbahnvereine und -unternehmen Saugluftventile für die Notbremse neu gebaut.

Die Saison 2017 beginnt beim Pollo zu Ostern. Vom 14. bis zum 17. April pendeln jeweils zwei Züge von 10 bis 17 Uhr im Stundentakt zwischen Lindenberg und Brünkendorf. Der Abschnitt Brünkendorf – Mesendorf wird an diesen vier Tagen nicht befahren.
Sven Lieberenz/AM


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