Die MaLoWa-Bahnwerkstatt GmbH Benndorf

Gleich neben Klostermansfeld befindet sich in Benndorf die MaLoWa-Bahnwerkstatt GmbH. Diese aus der Betriebswerkstatt der Mansfelder Bergwerksbahn hervorgegangene Fachwerkstatt setzt seit Anfang der neunziger Jahre auch Lokomotiven und Wagen anderer Bahnverwaltungen und Vereine instand. Je nach Wunsch erhalten die Fahrzeuge eine äußerliche Aufarbeitung, eine Reparatur oder gar eine Hauptuntersuchung nach § 32 der Eisenbahnbetriebsordnung.

Unter den nach 1991 in Benndorf aufgearbeiteten Fahrzeugen befinden sich auch zahlreiche Schmalspurfahrzeuge. Erinnert sei an 99 3001 der Cottbuser Parkbahn, an Lok 20 des Vereins „Mansfelder Bergwerksbahn e. V.“ oder an Loks der Harzer Schmalspurbahnen. Doch damit wären wir beim Thema: Viele Kunden sind scheinbar mit der Qualität der Mansfelder nicht zufrieden. So verzichtete die HSB GmbH recht schnell darauf, weitere Neubaudampfloks der Baureihe 99.23-24 zur Hauptuntersuchung nach Benndorf zu bringen. Auch die Fichtelbergbahn kam wieder davon ab, Lokomotiven in der Bahnwerkstatt aufarbeiten zu lassen. Treueste Stammkunden waren seit mehreren Jahren die SOEG aus Zittau und Ludger Guttwein aus Altenbeken bzw. Prora auf Rügen. Sie ließen zahlreiche Loks und Wagen von den Sachsen-Anhaltern instandsetzen, so z. B. mehrere Zittauer Einheitsloks (SOEG) und eine zuvor schrottreife Brigadelok (Guttwein).

Doch beide Auftraggeber müssen mit der Qualität der MaLoWa nicht zufrieden sein. Entschied die SOEG kürzlich, mit 99 731 zum ersten Mal eine Dampflokomotive zur Hauptuntersuchung in das wesentlich teurere Dampflokwerk Meiningen bringen zu lassen, so liegt Guttwein derzeit mit der Bahnwerkstatt im Streit über die Ausführung der Hauptuntersuchung an zwei ehemaligen RüKB-Wagen und der ehemaligen Bergwerksbahnlok 9, die er vor zwei Jahren von der MaLoWa erworben hatte. Haben die Schlosser dabei tatsächlich gepfuscht oder ist es ein Fall von Guttweins umstrittenen Geschäftsgebaren? Beide Partner geben dem jeweils anderen die Schuld.

Der Mansfelder Bergwerksbahn e. V. läßt auf den Nachbarn und Partner MaLoWa kein schlechtes Wort kommen. Auch andere Vereine sind mit der Arbeit der Mansfelder zufrieden. So lief die in Benndorf hauptuntersuchte 99 516 nach Aussagen der Museumsbahn Schönheide ohne größere Mängel. Der jüngst in Radebeul an der IV K aufgetretene Heißläufer beruhe auf einem Materialfehler, sei von der Werkstatt unverschuldet, informieren jetzt die Museumsbahner aus dem Westerzgebirge (siehe Seite 25). Andere Eisenbahnfreunde berichten, die MaLoWa habe den Schaden klammheimlich behoben – ohne daß die Schönheider das geöffnete Lager selbst gesehen hätten. Die Gerüchteküche brodelt wie immer in solchen Fällen!

Doch was bleibt unter dem Strich festzustellen? In Benndorf hat sich eine kleine Eisenbahnwerkstatt durchaus mit Erfolg etabliert – denn sonst würde es sie nach über zehn Jahren wohl kaum noch geben. Vor allem finanziell stellt die MaLoWa für viele Auftraggeber eine Alternative zu Meiningen dar. Ein kurzer Kommentar?: – Viel Erfolg auch in Zukunft.

André Marks


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